Berlin-Sport : Kleiner Kader, kleine Ziele Bei TeBe wird noch nicht vom Aufstieg geträumt

Karsten Doneck

Vor den kahlen Bäumen stach der Farbtupfer ins Auge. Ein Transparent mit lila Schrift auf weißem Laken hing am Zaun des Stadions Katzbachstraße, darauf die schlichte Botschaft: „Danke, Jungs“. Derlei Anerkennung seiner Fans hat sich Oberligist Tennis Borussia redlich erarbeitet: durch den 2:0-Sieg am Mittwoch im Pokal über den Erzrivalen 1. FC Union. Gestern kehrte TeBe in den Fußball-Alltag zurück, gewann das Oberliga-Verfolgerduell bei Türkiyemspor mühsam 2:1 (1:0). Michael Fuß und Kostas Pantios schossen die Tore für die Borussen, zwischenzeitlich hatte Maia da Silva den Ausgleich geschafft.

TeBe liegt sechs Punkte hinter Spitzenreiter Hansa Rostock (A) auf Platz drei. Zu wenig für den ambitionierten Klub? „Wir haben nie behauptet, dass wir in dieser Saison aufsteigen wollen“, sagt der TeBe-Vorsitzende Peter Antony, stellt aber grundlegend auch fest: „Eigentlich sind wir ein typischer Zweitligaverein, vom Umfeld her, mit unserem Stadion, den Fans und so weiter.“ Doch vom Aufstieg im Hauruck-Verfahren ist TeBe seit den Tagen unter der Regie der „Göttinger Gruppe“ ein für alle Mal kuriert.

Zur Winterpause sollen zwei neue Spieler kommen „Unser Kader ist zu klein“, sagt Antony. Benjamin Hendschke wird sich in Kürze zum Berliner AK verabschieden, und der frühere Bochumer Profi Peter Peschel kommt verletzungsbedingt nicht recht auf die Beine. Der Stürmer wird nach einem Achillessehnenriss frühestens im März wieder einsatzfähig sein. Deshalb wird das derzeitige Interesse des Schweizer Erstligisten FC Zuffenhausen an einer Verpflichtung Peschels wohl auch bald erloschen sein.

Die Oberliga soll indes für TeBe kein Dauerzustand sein. Denn das Interesse der Sponsoren für einen viertklassigen Klub ist minimal, Punktspiele wie das bei Türkiyemspor locken gerade mal 300 Zuschauer an. Bei derlei Tristesse sorgt wenigstens der Pokal für Freude: Gegen Union kamen 2188 Leute ins Mommsenstadion. Das machte den TeBe-Vorstand spendabel: Nach dem Sieg gab es einen Betrag „im unteren vierstelligen Bereich“ (Antony) als Sonderprämie – für die Mannschaftskasse.

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