Kommentar : Mariupol statt Maccabi

Der nächste Schritt will einfach nicht gelingen. Lars Spannagel über das Scheitern von Albas Basketballern in Europa.

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Fünf Punkte fehlten vor einem Jahr, fünf Punkte fehlen auch in diesem. 2009 scheiterten Alba Berlins Basketballer in der Europaliga-Qualifikation knapp an Maroussi Athen, diesmal kam das Aus gegen Spirou Charleroi, mit dem identischen Abstand. Die fünf fehlenden Punkte verdeutlichen Albas Dilemma: So nah der Klub auch dran ist an der höchsten europäischen Spielklasse – zur internationalen Spitze zählt die Mannschaft nicht.

Das haben Albas Verantwortliche auch nie behauptet, sie haben aber auch keinen Weg gefunden, die Lücke zu schließen. Gegen Athen verlor eine eingespielte Mannschaft, gegen Charleroi schied ein neu zusammengestelltes Team aus. Was die Berliner auch versuchen, so gut dem Klub der Umzug in die größere Arena getan hat – sportlich will der nächste Schritt nicht gelingen. Dabei müssen die Basketballer aufpassen, dass sich in der Sportstadt Berlin die Aufmerksamkeit nicht in Richtung der aufstrebenden Handballer der Füchse und zu den fast immer vor ausverkaufter Halle spielenden Eisbären verschiebt. Statt Maccabi Tel Aviv werden die Gegner im Eurocup jetzt wieder Azovmasch Mariupol, Unics Kasan oder Hapoel Gilboa/Galil heißen. Das sind Namen, die außerhalb der überschaubaren Basketballszene unbekannt sind, aber sportlich äußerst anspruchsvolle Aufgaben darstellen.

Neben Meister Bamberg hätte ein zweiter Bundesligist in der Europaliga auch dem deutschen Basketball gutgetan. So bleibt es beim Status quo. Der allerdings – und das weiß Albas Führung besser als jeder andere – ist für den ambitionierten Verein nicht genug.

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