Berlin-Sport : Neururer sieht fünf Tore

Bochums Trainer ärgert das 2:2 gegen Leverkusen

Richard Leipold

Bochum - Peter Neururer wirkte ein wenig hin- und hergerissen. Der Trainer des VfL Bochum freute sich über die über die vor allem in der zweiten Hälfte starke Leistung seiner Mannschaft beim 2:2 gegen Bayer Leverkusen. Aber er hatte auch Grund, sich zu grämen. „Ich habe fünf Tore gesehen“, sagte er. Den einen Treffer, der Bochum am Ende zum möglichen Sieg fehlte, hatte Schiedsrichter Fröhlich wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt.

Bevor es ein mitreißendes Spiel wurde, hatten beide Mannschaften, besonders die Leverkusener, eine ganze Weile gebraucht, um an diesem milden Sommertag ihre Betriebstemperatur zu erreichen. Mitte der ersten Hälfte kamen sie allmählich in Fahrt. Die erste Bochumer Möglichkeit bot sich Mittelfeldspieler Christoph Preuß; der frühere Leverkusener scheiterte an Bayer-Torhüter Jörg Butt. Diese ersten Angriffsversuche belebten die Partie aber noch nicht. Während es den Bochumern an Durchschlagskraft fehlte, zogen sich die Leverkusener zu weit zurück und gaben der Sicherheit den Vorrang.

Erst nach etwa einer knappen halben Stunde häuften sich Chancen und Strafraumszenen, und Vratislav Lokvenc nutzte eine Flanke von Preuß zum 1:0 (29. Minute).

Nach überwiegend mäßigen 45 Minuten müssen die Profis in der Pause beschlossen haben, den 26 000 Zuschauern doch noch gutes Fußballspiel zu bieten. Mehr Aggressivität, mehr Schwung, mehr Härte und mehr Tore: Der Unterhaltungswert stieg. Zunächst dominierten wieder die Bochumer. Zdebel schoss bei einem Freistoß knapp über das Tor. Dann traf Lokvenc, wieder von Preuß angespielt, ins Netz, doch der Tscheche wurde wegen Abseits von Schiedsrichter Fröhlich zurückgepfiffen – zu Unrecht, wie die Fernsehbilder belegten. „Besser kann man ein Tor nicht herausspielen“, sagte Neururer.

Leverkusen kam zum Ausgleich dank Berbatows Kopfball. Drei Minuten später hatte Verteidiger Roque Junior sogar die Chance, Bayer in Führung zu bringen. In dieser Phase spitzte sich das Spiel zu. Preuß nutzte den Gegenangriff zum 2:1 für den VfL. Der VfL wähnte sich schon als Sieger. Doch Leverkusen gab sich nicht geschlagen. Dem eingewechselten Stürmer Andrej Woronin gelang das 2:2.

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