Pferdesport : Testrennen für dreijährige Stuten in Hoppegarten

Am Sonntag startet in Hoppegarten das "Diana-Trial", das seit vier Jahren auf der Parkbahn gelaufen wird und sich seitdem zu einem attraktiven Event im deutschen Galoppsport entwickelt hat.

Ulrich Nickesen

Zur Halbzeit der diesjährigen – mit acht Renntagen sehr knapp bemessenen – Rennsaison erwartet die Turffans am Sonntag in Hoppegarten (erster Start 14 Uhr) mit dem „Diana-Trial“ ein sportlicher Höhepunkt. Das Rennen gehört zur Europa-Gruppe-II und ist den Champions unter den Vollblütern vorbehalten, die ihre Qualitäten für das im August in Düsseldorf ausgetragene Stutenderby testen.

Seit vier Jahren wird es auf Initiative des Rennbahneigners Gerhard Schöningh auf der Parkbahn gelaufen und hat sich seitdem zu einem attraktiven Event im deutschen Galoppsport entwickelt, das bei Trainern, Besitzern und Jockeys als zweitwichtigstes Rennen für dreijährige Stuten sehr geschätzt wird. Kein Wunder, dass Deutschlands Jockey- und Trainerelite fast komplett vertreten ist, wie beispielsweise die lebende Legende Peter Schiergen.

Der ehemalige Championjockey – mit 273 Siegen in einem Jahr immer noch Europarekordhalter – macht aus seiner Vorliebe für Hoppegarten kein Geheimnis: „Ich war schon beim ersten deutschen Gemeinschaftsrenntag im März 1990, als ich viermal als Sieger zur Waage zurückkehrte, von dieser Rennbahn beeindruckt“, kommentierte er seine ersten Erfahrungen am Donnerstag während einer Pressekonferenz. „Damals stand aber weniger der sportliche Ehrgeiz als vielmehr die emotionale Betroffenheit im Vordergrund.“ Seitdem kam er regelmäßig nach Berlin, zunächst als Jockey, dann als Trainer.

Niemand konnte seine Karriere voraussehen, die mit dem Sieg von Danedream im „Prix de l’Arc de Triomphe“ in Paris-Longchamp 2011 ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte. Dass er außer Hein Bollow sowohl als Jockey wie auch als Trainer mehr als 1.000 Siege erreichte, unterstreicht seine Ausnahmestellung im Galoppsport.

Heute trainiert er 120 Galopper in Köln-Weidenpesch, darunter auch Artemisia und Quilita, mit denen er sich reelle Siegchancen im Hauptereignis am Sonntag ausrechnet. Vor allem Quilita aus dem Gestüt Fährhof, die von Championjockey Andrasch Starke geritten wird, favorisiert er in der mit 70.000 Euro (bei einer Siegprämie von 40.000 Euro) dotierten Prüfung über die 2.000-Meter-Distanz.

Als stärkste Konkurrentin gilt auch für Schiergen die von Eduardo Pedroza gerittene Swordhalf, die als beste Zweijährige die letztjährige Saison beendete. Alle zehn teilnehmenden Stuten tragen das gleiche Gewicht in diesem Testrennen für das im August auf dem Düsseldorfer Grafenberg anstehende Stutenderby, das mit 400.000 Euro dotiert ist. Dort ist nicht nur der Geldpreis wesentlich höher, sondern auch die Distanz 400 Meter weiter.

0 Kommentare

Neuester Kommentar