Ringkampf mit dem Ball : Handball brutal: Füchse schlagen Balingen 32:28

Die Füchse gewinnen weiter, müssen beim Sieg gegen Balinger aber Schwerstarbeit verrichten. Denn der Gegner versuchte die Berliner, mit extrem harten bis unfairen Aktionen aus dem Konzept zu bringen.

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Berlin - Wie hatte es Balingens Felix Lobedank vor dem Spiel gegen die Füchse ausgedrückt? Noch vor drei Jahren sei sein Team mit den Berlinern auf Augenhöhe gewesen, nun aber habe man den Gegner nicht mehr im Blickfeld. Damit war die Außenseiterrolle der HBW Balingen-Weilstetten vor 6.324 Zuschauern in der Schmeling-Halle zwar klar definiert, das aber Spiel offenbarte diesen Unterschied über weite Strecken nicht. Auch weil die Balinger die Füchse bis zu deren 32:28 (18:15)-Sieg mit extrem harten bis unfairen Aktionen aus dem Konzept brachten. "Das war das erwartet harte Spiel gegen Balingen, ich bin sehr froh, dass wir uns unter schwierigen Bedingungen durchgesetzt haben", sagte Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson.

Für die Bestätigung ihrer zugedachten Favoritenrolle wollten die Füchse auch sofort nach dem Anpfiff sorgen. Ehe sich die Gäste gefunden hatten, zog das Team von Sigurdsson gleich davon. Ein starker Petr Stochl im Tor, der den noch leicht grippegeschwächten Silvio Heinevetter vertrat, sorgte mit zwei gehaltenen Siebenmetern und weiteren Glanzparaden für den nötigen Rückhalt. Im Angriff nutzte der Überraschungs-Tabellenzweite seine Chancen konsequent. Beim 10:4 (14. Minute) sah es bereits nach einem lockeren elften Sieg im 13. Bundesligaspiel der Saison aus. Die Zuschauer begannen schon mit ihren Feiergesängen, aber daraus wurden plötzlich Anfeuerungsrufe. Und die hatten die Füchse auch nötig.

Denn unerwartet gab es einen Bruch im Spiel des Favoriten. Beim 11:9 (19.) nahm Sigurdsson seine erste Auszeit, denn Balingen wirkte mit jeder Aktion sicherer. Eine große Besserung trat bei den Berlinern danach zwar nicht ein, aber es gab wenigstens auch keine Verschlechterung. Wie in den letzten Spielen bereits waren die Kampfkraft und das individuelle Vermögen von Ivan Nincevic, Alexander Petersson und Bartlomiej Jaszka ausreichend, um einen Drei-Tore-Vorsprung in die Halbzeit zu retten. Den großen Jubel der Fans gab es aber nicht für das 18:15, sondern weil zeitgleich Tabellenführer HSV Hamburg gegen die Rhein-Neckar Löwen zurück lag. Die Füchse waren somit zeitweise Spitzenreiter in der Handball-Bundesliga.

Aber erst einmal mussten sie sich um ihren eigenen Erfolg sehr sorgen. Der Gegner agierte mit allen Mitteln am Rande des Regelwerks und hatte damit auch zusehends Erfolg. Teilweise war es kein Handballspiel mehr, sondern ein Ringkampf mit Ball. Plötzlich stand es 19:19 (37.) und später beim 24:24 (50.) noch einmal unentschieden. In dieser Phase, als sogar eine Niederlage drohte, zeigten die Füchse ihrem Kampfgeist. Damit hatten sie bereits die letzten zwei Spiele für sich entschieden. Und damit schafften sie es auch diesmal, die zwei Pluspunkte in Berlin zu belassen. Dass Hamburg letztlich gewann und die Füchse damit Tabellenzweiter bleiben, konnten sie gut verkraften. Die Füchse bleiben auch so das große Überraschungsteam in der Bundesliga.

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