Berlin-Sport : Schnell und dominant

Die Eisbären zeigen vor den Play-offs starke Form – zuletzt beim 6:3-Sieg in Köln

Christiane Mitatselis[Köln]

Rodion Pauels war ein guter Verlierer. „Die Eisbären sind das technisch beste Team der Liga“, sagte der Sportchef der Kölner Haie. „Sie haben sehr stark gespielt.“ Der Titelverteidiger zeigt derzeit in der Tat fantastische Form. Für den EHC Eisbären könnten die Play-offs der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) schon jetzt und nicht erst am 15. März beginnen. Mit dem 6:3 in Köln feierte die Mannschaft von Trainer Pierre Pagé am Samstagabend den dritten Sieg im dritten Spiel nach der Olympiapause und den fünften in Serie. Die 17 789 Zuschauer in der fast ausverkauften Kölnarena sahen ein Berliner Team, das harmonierte, das kämpfte – und seine etwa 400 mitgereisten Anhänger mit schönen Spielzügen und Toren beglückte. Sechs Treffer bei den heimstarken Haien hatten die Eisbären zuletzt vor elf Jahren erzielt.

Einer der auffälligsten Berliner in Köln war Nationalspieler Florian Busch. Den 21 Jahre alten Stürmer scheint sein Einsatz bei den Olympischen Spielen in Turin weiter beflügelt zu haben. Buschs Antritte waren grandios, immer wieder umspielte der schnelle Jungprofi die Kölner Abwehrspieler und ließ sie behäbig aussehen. Busch krönte seine gute Leistung mit dem fünften Tor für Berlin, das ihm in Unterzahl gelang. Großen Anteil am Berliner Sieg hatte der ebenfalls 21-jährige Tomas Pöpperle. Während der ersten zehn Minuten bestürmten und bedrängten die Kölner das Tor des Tschechen – mit seinen Paraden hielt er die Eisbären im Spiel. Die Kölner verzweifelten schließlich an der Coolness Pöpperles und der anderen Berliner.

Das 1:0 durch Eduard Lewandowski beantwortete Kelly Fairchild 55 Sekunden später mit dem Ausgleich. Auch nach den beiden weiteren Kölner Treffern zum 2:3 und 3:4 schlugen die Eisbären jeweils innerhalb weniger Minuten zurück. „Wir haben während der wettkampffreien Wochen tüchtig im Kraftraum geschwitzt und uns damit die notwendige Fitness für den restlichen Saisonverlauf erarbeitet. Dafür ernten wir jetzt die Früchte“, sagte Trainer Pagé, der besonders Rückkehrer Fairchild lobte. „Er hat dafür extrem hart gearbeitet. Er ist ein echter Führungsspieler.“ Der 32-jährige Angreifer aus den USA war bei allen drei Auftritten nach seiner zweimonatigen Verletzungspause, also auch bei den Siegen in Krefeld und gegen Iserlohn, jeweils unter den Torschützen.

Mit dem Heimspiel am Dienstag gegen Nürnberg, der Reise am Freitag nach Hannover und der Partie in Hohenschönhausen am kommenden Sonntag gegen die Düsseldorfer EG schließen die Eisbären die Vorrunde in der DEL ab. „Während der Olympia-Pause haben wir unsere Motivation weiter gesteigert“, sagte Trainer Pagé. Das könnte den Eisbären zumindest erst einmal dabei helfen, als Tabellenführer in die Play-offs zu starten.

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