Berlin-Sport : Terror-Prozess: „Carlos“ wird nicht aussagen

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Im Prozess gegen den Terroristen Johannes Weinrich wird endgültig auf eine Vernehmung von „Carlos“ verzichtet. Nachdem sich der in Frankreich inhaftierte TopTerrorist Illich Ramirez Sanchez mit einer Zeugen-Befragung per Videoschaltung nicht einverstanden erklärt habe, sei er als Beweismittel nicht erreichbar, hieß es gestern in einem Beschluss des Berliner Landgerichts. Am Mittwoch sollen Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung erneut plädieren. Wann die Richter das Urteil verkünden werden, steht noch nicht fest.

Weinrich muss sich in dem Prozess für drei Anschläge in Frankreich zu Beginn der 80er Jahre verantworten. Im Jahr 2000 wurde er bereits wegen des Bombenattentats auf das französische Kulturzentrum „Maison de France“ im Jahr 1983 zu lebenslanger Haft verurteilt. Im jetzigen Verfahren hat Oberstaatsanwalt Detlev Mehlis im Juli auf eine lebenslange Haft wegen sechsfachen Mordes und 21-fachen Mordversuchs plädiert. Der 56-jährige Terrorist sei auch verantwortlich für die hinterhältigen Anschläge der „Carlos“-Bande in Frankreich. Die Verteidigung hat Freispruch gefordert. Weinrich verweigert im Prozess die Aussage. K.G.

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