Union Berlin : Die neue Klasse ist das Ziel

Der 1. FC Union steht wegen der Ligenreform vor einer entscheidenden Saison.

Matthias Koch

Berlin - Uwe Neuhaus kommt bei Fans und Spielern bis jetzt gut an. Das liegt sicher auch am Esprit, den der neue Trainer des Fußball-Regionalligisten 1. FC Union schon versprühte. So stellte sich Neuhaus zum Trainingsauftakt an der Alten Försterei ans Mikrofon und teilte den rund 1000 Fans im Stadion per Lautsprecher schon mal mit: „Wir wollen vor allem attraktiven Fußball spielen.“ Der 47 Jahre alte Nachfolger von Christian Schreier muss bei der versprochenen Attraktivität aber auch ganz praktische Zwänge bei Union beachten: Die kommende Spielzeit ist die letzte vor der Strukturreform des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). In der Saison 2008/2009 wird eine eingleisige dritte Profiliga mit 20 Vereinen eingeführt. Für die Klubs der Regionalligen Nord und Süd bedeutet dies einen harten Überlebenskampf, wenn sie drittklassig bleiben wollen.

In der neuen Liga drei spielen ab Sommer 2008 dann die vier Absteiger aus der Zweiten Bundesliga mit jeweils acht Teams aus den beiden jetzigen Regionalligen zusammen. Für das Erreichen der neuen Liga würde Union eine Platzierung zwischen Rang drei und Rang zehn reichen. Da der DFB maximal zwei zweiten Mannschaften von Bundesligisten die Qualifikation für die dritte Liga erlaubt, gibt es vielleicht sogar noch ein bis zwei Plätze Spielraum nach unten. Für Uwe Neuhaus ist das offensichtlich kein Thema. „Von unserer Qualifikation für die dritte Liga bin ich felsenfest überzeugt“, sagt der frühere Bundesligaprofi von Wattenscheid 09. „Auf eine Platzierung muss man sich deswegen vorher jedoch nicht festlegen lassen.“

Sollte den Berlinern die Qualifikation misslingen, wären sie im Abstiegsfall dem Namen nach zwar weiter Regionalligist. Aber eben nur noch ein viertklassiger. Die zwischen dritter Liga und Oberliga befindliche neue Regionalliga wird drei Staffel haben: Nord, West, und Süd. Die Vereinsspitze ist sich des Risikos der kommenden Serie bewusst und ist durchaus nicht inaktiv geblieben: Trainer Uwe Neuhaus bekam neben Torwarttrainer Holger Bahra einen weiteren Übungsleiter an die Seite gestellt. Der ehemalige Union-Spieler André Hofschneider, der für Hansa Rostock, 1860 München und Arminia Bielefeld in der Bundesliga spielte, ist nun Kotrainer. Kapitän Sebastian Bönig findet das gut: „Vier Augen sehen mehr als zwei.“ Der defensive Mittelfeldspieler hatte Präsident Dirk Zingler eigenen Worten zufolge am Saisonende um einige starke Neuzugänge „gebeten“, nachdem mit dem Brasilianer Daniel Teixeira (Karriereende), Andreas Biermann, Daniel Bauer (noch ohne neuen Klub) und David Bergner (Hallescher FC) vier Stammkräfte keinen neuen Vertrag wollten oder bekamen.

Bis dato konnte der 1. FC Union das Quartett erst durch zwei gestandene Akteure ersetzen. Offensivspieler Macchambes Younga-Mouhani wechselte vom Zweitligaabsteiger Rot-Weiss Essen nach Köpenick, Verteidiger Alexej Spasskow vom Regionalligaabsteiger Holstein Kiel. Anfang der Woche segnete das Präsidium nun ab, dass noch drei Spieler geholt werden dürfen. „Wir sind nicht in der Lage, mit einem Schlag die Qualität des Kaders für den angestrebten Aufstieg in die Zweite Liga zu erhöhen“, sagte Präsident Zingler. „Aber wir müssen ihn von Jahr zu Jahr auf dieses Niveau heranführen.“

Transferschluss ist erst Ende August. Vielleicht wird der Kader der Köpenicker aber auch sehr rasch komplettiert. Mit Gerard Sambou wird bereits ein Verteidiger getestet, der zuletzt beim Chemnitzer FC spielte. Zudem gilt der in der Defensive universell einsetzbare Michael Bemben als sicherer Zugang. Der zuletzt für Essen spielende Akteur war bereits beim Trainingsauftakt im Stadion als Zuschauer zu Gast.

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