Verantwortliche treten ab : Tennis Borussia: Rückzug nach der Pleite

Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung von Tennis Borussia im Rathaus Charlottenburg trat am Donnerstag bis auf Jugendleiter Reinhard Langen der komplette Vorstand zurück.

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Nichts geht mal wieder bei Tennis Borussia. Jetzt will der Verein einen Neuanfang starten - einmal mehr.
Nichts geht mal wieder bei Tennis Borussia. Jetzt will der Verein einen Neuanfang starten - einmal mehr.Foto: dpa

Berlin - Das Insolvenzverfahren wird zwar in Kürze eröffnet, doch beim Regionalliga-Zwangsabsteiger Tennis Borussia hofft man dennoch auf eine bessere Zukunft. Die soll mit einigen neuen Köpfen gestaltet werden. Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Fußballklubs im Rathaus Charlottenburg trat am Donnerstag bis auf Jugendleiter Reinhard Langen der komplette Vorstand zurück. „Nach der Analyse der vergangenen Saison kam für mich nur der Rücktritt in Frage“, sagte der nunmehrige Ex-Vorstandsvorsitzende Mario Weinkauf. TeBe hatte monatelang den Spielern kein Geld gezahlt und war bei der Suche nach einem finanziellen Retter erfolglos geblieben. Die Vorstellung von Werner Lorant als Sportdirektor verpuffte wirkungslos.

Auch Erhard Rösler und Hagen Liebing verabschiedeten sich freiwillig aus dem Vorstand. Liebling legte auch sein Amt als Pressesprecher mit der Begründung nieder, der Umgangston zwischen Vereinsführung und Opposition sei in den letzten Wochen rauer geworden. Neben diversen Aussprachen stand auf der Mitgliederversammlung in erster Linie die Wahl des Aufsichtsrates an, der für die Bestellung des Vorstandes zuständig ist. Vom alten fünfköpfigen Gremium um Willy Kausch blieb nur Axel Lange übrig, der jedoch nach dem Kandidaturverzicht von Kausch seine Wahl wohl nicht annehmen dürfte.

„Wir haben einige Kandidaten für den neuen Vorstand im Kopf. Wir hoffen, spätestens zu Beginn kommender Woche einen neuen Vorstand bestimmen zu können“, sagte der neu in den Aufsichtsrat gewählte Christian Schwarzkopf. Aufsichtsrat und Vorstand werden dann auch über die Spielklassenzugehörigkeit der ersten Männer- und Frauenmannschaft zu entscheiden haben. Geht alles glatt, könnten die Männer in der Oberliga spielen. „Wir streben einen Etat im unteren sechsstelligen Bereich an“, sagt Schwarzkopf, der aber im ungünstigen Fall auch einen Rückzug in die Berlin-Liga für möglich hält. Trainer Thomas Herbst wäre beim Absturz in die sechste Liga wohl nicht zu halten. Den Frauen droht möglicherweise der Rückzug aus der Zweiten Bundesliga in die Regionalliga.

Etwas besser sieht es für die Jugend aus. Kausch bleibt weiterhin Vorsitzender des Jugendfördervereins. Der Verbleib der A- und B-Jugend-Mannschaften in höheren Spielklassen wie der Bundes- oder Regionalliga dürfte damit gesichert sein.

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