Volleyball : Nicht nur für die Galerie

Der SC Charlottenburg setzt gegen Rottenburg auf Angreifer Hidalgo. Im ersten Spiel des Play-off-Viertelfinals hatte der Kubaner den Gästen keine Chance gelassen.

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Berlin - Hidalgo hier, Hidalgo dort – Hidalgo überall. Wo man auch hinhörte am vergangenen Mittwoch – es fiel der Name des kubanischen Außenangreifers. „Salvador Hidalgo war heute unglaublich stark“, sagte Hans Peter Müller-Angstenberger, Trainer des TV Rottenburg. Der SCC-Angreifer hatte zuvor großen Anteil daran gehabt, dass die Berliner Volleyballer den Gästen aus Rottenburg im ersten Spiel des Play-off-Viertelfinals keine Chance gelassen hatten. Damit die Best-of-three-Serie für die Rottenburger nicht bereits im heutigen zweiten Spiel, ihrem Heimspiel, (20 Uhr) beendet ist, wird es für die Gastgeber vor allem darauf ankommen, Hidalgo besser in den Griff zu bekommen.

Das allerdings wird schwierig. Am Wochenende wurde Hidalgo beim Final Four des Challenge Cups in Perugia zum besten Scorer des Turniers gewählt. „Das hat mich gefreut“, sagt er. „Aber wichtiger war für mich, dass wir Dritter geworden sind.“ Es war der größte Erfolg des 24-Jährigen, der im Sommer 2009 aus Königs Wusterhausen zum SCC kam. Viele Vereine aus dem In- und Ausland hatten ihn damals umworben. Er entschied sich für Berlin, wo er ohnehin schon wohnte. „Ich fühle mich sehr wohl hier“, sagt er. Ob er bleibt, weiß er aber nicht. Sein Zweijahresvertrag hat eine Ausstiegsklausel im Sommer, Angebote wird es viele geben. Denn wenn der 1,95 Meter große Angreifer abhebt, schlägt der Ball meist direkt ein. Vor allem seine harten Aufschläge sind gefürchtet.

SCC-Manager Kaweh Niroomand ist trotzdem nicht hundertprozentig zufrieden mit ihm. Der Kubaner mit dem Goldkettchen, der nicht selten Autogrammwünsche von kichernden Teenager-Mädchen erfüllen muss, spiele „etwas zu sehr für die Galerie“, sagt Kaweh Niroomand. „Er hat großes Potenzial, aber er ist längst noch nicht da, wo er sein könnte.“ Zu oft habe seine Form geschwankt.

Gerade jetzt in den Play-offs im Volleyball kann aber jeder Fehler das Aus bedeuten. Anke Myrrhe

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