Berlin-Sport : Weiter – sonst nichts

Hertha BSC quält sich beim Viertligisten TSV Aindling mit einem 1:0 in die nächste Pokalrunde

Daniel Pontzen[Aindling]

Gut, die Gäste kamen diesmal aus Berlin zum TSV Aindling und nicht wie üblich aus Kötzting, Fürstenfeldbruck oder Memmingen, aber der redselige Stadionsprecher sah überhaupt keine Veranlassung, von seinen Gewohnheiten abzuweichen. In guter bayerischer Tradition verlas er die Spielernamen in umgekehrter Reihenfolge, von „Fiedler, Christian“ bis „Rafael, Nando“, begrüßte danach höflich „vom Berliner Vorstand den Herrn Dieter Hoeneß“ und „den Herrn Michael Preetz“, und nachdem er die komplette lokale Prominenz ebenfalls persönlich willkommen geheißen hatte, musste er sein Mikrofon länger ausschalten, als er erwartet hatte. 85 Minuten brauchte Hertha BSC beim Tabellenvierzehnten der Bayernliga, um durch einen Abstauber von Andreas Neuendorf 1:0 in Führung zu gehen. Der Treffer sicherte dem Bundesligisten den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals und verhinderte eine Blamage, die lange möglich schien.

Trainer Falko Götz hatte die Mannschaft auf vier Positionen verändert, und die neu formierte Elf hatte zu Beginn große Mühe, ein konstruktives Aufbauspiel zu bewerkstelligen. Marcelinho, der am Freitag wegen einer Erkältung nicht am Training hatte teilnehmen können und deswegen auf der Bank saß, fehlte im Spielaufbau, Neuendorf und Niko Kovac mühten sich, ihn zu ersetzen, aber gefährliche Aktionen gingen von ihnen kaum aus. Die erste Torchance hatten die Aindlinger, Arslan scheiterte mit einem Freistoß an Fiedler (7. Minute), auch danach kam Hertha nur selten in die Nähe des gegnerischen Tores, die besten Gelegenheiten für die Berliner vergaben Neuendorf (19.), Dardai (28.) und Wichniarek (39.). Näher am 1:0 waren die Gastgeber, kurzzeitig wähnten sie sich sogar in Führung. Ein Missverständnis zwischen Simunic und Hartmann hatte Köbler in gute Schussposition gebracht, Fiedler parierte knapp hinter der Linie, die der Ball nach Ansicht von Schiedsrichter Wagner jedoch noch nicht mit vollem Durchmesser passiert hatte (32.).

Auch in der zweiten Hälfte benötigten die Hertha-Fans einige Fantasie, um bei ihrer Mannschaft das Engagement zu entdecken, das für den von Götz als Ziel ausgegebenen Einzug ins Pokalfinale nötig wäre. „Das Beste an dem Spiel ist, dass es zu Ende ist und dass wir eine Runde weiter sind“, sagte Manager Hoeneß nach dem Schlusspfiff. Der Bundesligist blieb passiv und gewährte Aindling weitere Chancen. Erst als sich die 5000 Zuschauer bereits auf die Verlängerung eingestellt hatten, gelang Hertha das entscheidende Tor. Nach einer Hereingabe von Kovac konnte Neuendorf unbedrängt einschieben. Der Stadionsprecher war tapfer: Er tat, was er tun musste.

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