Wettskandal : Verdacht auf Betrug in der Oberliga

Ante S., der mutmaßliche Drahtzieher des großen Wettskandals, soll nicht nur in halb Europa Fußballspiele manipuliert haben, sondern auch mindestens eines fast vor seiner Haustür.

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Berlin - Nicht nur jede Menge Fußballspiele in Osteuropa, in Österreich, Belgien, der Schweiz oder etwa in Nordrhein-Westfalen soll Ante S. manipuliert haben, sondern auch mindestens eines fast vor seiner Haustür. Der Berliner gilt als der mutmaßliche Drahtzieher des großen Wettskandals. Das Verbandsgericht des Nordostdeutschen Fußballverbands hat jedenfalls Vorermittlungen über das Oberligaspiel zwischen der TSG Neustrelitz und dem BFC Dynamo vom 17. Mai 2009 eingeleitet, wie Verbandsgeschäftsführer Holger Fuchs bestätigte.

Drei Spieler aus Neustrelitz hätten jeweils 1000 Euro von Ante S. erhalten, das berichtete das ARD-Magazin „Fakt“. Ein mutmaßlicher Mittäter soll den Ermittlungsbehörden seine Beteiligung gestanden und andere Spieler belastet haben. „Einzelne Spieler von uns wurden als Zeugen zum Verbandsgericht vorgeladen und dort aufgefordert, im Zusammenhang mit dem einen Spiel auszusagen“, sagte Andreas Kavelmann, Geschäftsführer der TSG Neustrelitz, der Deutschen Presseagentur, und fügte dazu: „So lange nichts bewiesen ist, gilt die Unschuldvermutung.“ Alle Spieler hätten im Winter eidesstattliche Erklärungen unterschrieben, dass sie nie auf Spiele gewettet oder Spiele manipuliert haben, sagte Kavelmann.

Der Hauptverdächtige Ante S. sitzt derzeit mit sieben weiteren Tatverdächtigen in Untersuchungshaft. Die ermittelnde Staatsanwaltschaft Bochum, die mit ersten Fahndungsergebnissen im November 2009 an die Öffentlichkeit gegangen war, hatte im Juli die Zahl der möglicherweise manipulierten Spiele von 200 auf 270 hochgestuft. Allein in Deutschland sollen insgesamt 53 Spiele betroffen sein. Dabei gehe es in dem gesamten Fall mindestens um Wetteinsätze von zwölf Millionen Euro und eingesetztes Bestechungsgeld an Spieler und Schiedsrichter in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro. Die Ermittlungen würden noch einige Zeit in Anspruch nehmen, die Staatsanwaltschaft kündigte dennoch an, dass bereits in Kürze erste Anklagen oder Teilanklagen erhoben würden.

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