Berlin-Sport : Zwischenstopp

Herthas Regionalliga-Team verbindet die Jugend mit der Bundesligamannschaft

Ingo Schmidt-Tychsen

Frank Vogel spricht nicht über Hertha BSC II. Vogel ist sogar ein bisschen verärgert, wenn dieser Name erwähnt wird. Obwohl Vogel Jugendkoordinator des Vereins ist und deshalb häufig mit der in der Regionalliga spielenden Mannschaft zu tun hat. Frank Vogel spricht auch von dieser Mannschaft, nur verwendet er einen anderen Namen: Hertha BSC U23.

„Das passt nämlich wesentlich besser“, sagt Vogel. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat die Reserveteams von Profiklubs, die bisher Amateure hießen, in zweite Mannschaften umbenannt. „Das wird der Sache nicht gerecht, ist eine Abwertung“, sagt Vogel. Zwar sind nicht alle Spieler im Kader von Hertha BSC II jünger als 23, aber die große Mehrheit. Und die ist sogar noch deutlich jünger: 13 Spieler aus Herthas A-Jugend rückten in diesem Sommer auf in den Kader der zweiten Mannschaft.

Einerseits ist daran die gute Jugendarbeit des Klubs zu erkennen. Andererseits könnte es für die junge Mannschaft schwierig werden, nicht aus der Regionalliga abzusteigen. Hertha startet voraussichtlich am 31. Juli mit dem Spiel gegen Preußen Münster in die Saison. „Es wird eine schwere Saison“, sagt Andreas Schmidt, der neue Kapitän des Teams. Trainer Karsten Heine hat Schmidt bestimmt, „weil er sich für diese Rolle sehr gut eignet“. Der 31-jährige Schmidt soll versuchen, die neuen Jugendspieler in Gesprächen auf das Tempo und die Härte in der Regionalliga vorzubereiten. „Das traue ich mir zu“, sagt er. In der vergangenen Saison hatten die aufgerückten Spieler eine Weile gebraucht, um sich an die Unterschiede zwischen A-Jugend und Regionalliga zu gewöhnen. „Da haben wir ein paar Mal aufgrund mangelnder Erfahrung verloren“, sagt Vogel.

Der Klassenerhalt ist aber ohnehin nicht das alleinige Ziel der Mannschaft. „Genauso wichtig ist die Entwicklung unserer jungen Spieler“, sagt Heine. Durch die konsequente Förderung der Talente schafften es in diesem Sommer gleich vier Spieler in den Kader der Profis: Ashkan Dejagah, Kevin-Prince Boateng und Pascal Bieler spielen derzeit bei der U-19-Europameisterschaft in Nordirland (siehe nebenstehender Artikel). Der vierte ist Christopher Samba. Ihnen werden noch einige folgen: 31 Nachwuchs-Nationalspieler stehen bei Hertha unter Vertrag, davon 29 Deutsche. „Die Spieler wissen, dass sie es bei uns nach ganz oben schaffen können“, sagt Vogel. „Damit tun wir viel für den DFB.“

Deshalb konnte Vogel den Streit der vergangenen Tage auch nicht so recht nachvollziehen. Hertha hatte beim DFB eine Verlegung des ersten Regionalliga-Spiels beantragt, weil vier Hertha-Spieler bei der U-19-Europameisterschaft möglicherweise noch im Finale am 29. Juli im Einsatz sind. Sie wären deshalb gegen Münster am 31. Juli wohl noch nicht einsatzbereit. Zunächst hatte der DFB eine Verlegung des Spiels abgelehnt. Gestern am späten Nachmittag wurde dann allerdings entschieden, dass das Spiel verlegt wird, wenn die Deutschen ins Finale einziehen.

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