Sport : Berti Vogts bleibt dicht dran

Die schottische Nationalmannschaft gewinnt 3:1 gegen die Färöer und wahrt ihre Chancen auf die EM-Qualifikation

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Glasgow (Tsp). Berti Vogts hörte es nicht gern, wenn von einem Kantersieg über die Färöer gesprochen wurde. „Ich wäre zufrieden mit einer mäßigen Leistung und einem guten Resultat“, hatte der frühere Bundestrainer und jetzige Coach der schottischen FußballNationalmannschaft vor dem Qualifikationsspiel für die EM gegen die Färöer gesagt. Vogts dachte dabei wohl auch an das Hinspiel, in dem sich seine Schotten zu einem 2:2 gequält hatten. Gestern taten sich die Gastgeber im mit rund 40 000 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Glasgower Hampden-Park wieder schwer. Am Ende hieß es 3:1 (2:1), womit die Schotten ihre Qualifikations-Chance wahrten.

Als Neil McCann von Celtic Glasgow nach acht Minuten mit einem Volleyschuss das frühe Führungstor erzielte, war der Jubel im Stadion groß, Vogts aber verzog keine Miene.

Vielleicht ahnte er da, dass es trotzdem kein leichter Gang für seine Mannschaft werden würde. Die Färinger hatten auch danach einige brenzlige Situationen zu überstehen, doch nach 20 Minuten legten sie ihre Scheu ab und starteten Konter. Im Hampden-Park wurde es leiser. In der 36. Minute kam dann sogar der Schock. Nach einem Eckball köpfte Julian Johnsson das Ausgleichstor, wobei Schottlands Torhüter Douglas nicht die beste Figur machte. Doch der Gegentreffer schien die Gastgeber eher zu motivieren. In der dritten Minute der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang dann Paul Dickov von Leicester City das erneute Führungstor. Und auch Berti Vogts schaute ein wenig zufriedener drein.

Auch nach der Pause lieferten sich beide Teams eine offene, interessante Partie. Die Schotten hatten zwar die besseren Torchancen, doch bei den gelegentlichen Kontern des Außenseiters mussten sie auf der Hut sein. Mit zunehmender Spielzeit wurde das Spiel hektischer und härter. Wiederholt gab es Szenen, die eher an Catchen als an Fußball erinnerten.

In der 74. Minute fiel die Entscheidung. McCann brachte den Ball flach in die Mitte und James McFadden brauchte den Ball nur noch ins Tor zu schieben. Und nun war sogar Berti Vogts nicht mehr zu halten. Jubelnd sprang er hoch – die Erleichterung war ihm deutlich anzusehen. Der Erfolg der Schotten war verdient, wenn auch hart erkämpft. Die Färöer, die gegen Deutschland nur 1:2 verloren hatten, verkauften sich erneut teuer.

Bei den Schotten fehlte der angeschlagene Mannschaftskapitän Paul Lambert,. „Wichtig ist, dass er am Mittwoch gegen Deutschland wieder mitmachen kann“, sagte Vogts. Außer Lambert kehren am Mittwoch auch die am Samstag gesperrten Abwehrspieler Christian Dailly und Steven Pressley in schottische Team zurück.

Seine Spieler durften das Wort „Deutschland“ vor der Partie nicht in den Mund nehmen. „Das wird schon ein sehr emotionales Spiel“, sagte Vogts. Der Europameister-Coach von 1996 zeigte sich für den kommenden Mittwoch zuversichtlich: „Ich hoffe, dass mein Team einen Punkt holen kann. Die Deutschen sind Vize-Weltmeister, und wir müssen die Mannschaft respektieren, aber wir werden mit Selbstvertrauen nach Deutschland reisen.“

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