Sport : Berti Vogts plant weiter mit Nigeria

Viele Spekulationen um die Ablösung des Trainers

Accra - Berti Vogts wähnte sich noch im Amt, da hatten nigerianische Zeitungen bereits seine Entlassung gemeldet. „Davon weiß ich gar nichts. Ich habe einen gültigen Vertrag. Präsident und Verband haben mir ihr volles Vertrauen signalisiert“, sagte der Trainer der nigerianischen Fußball-Nationalmannschaft und warf dann schon einen Blick in die Zukunft: „Ich habe noch den Auftrag bekommen, die Planungen für die Auswahlmannschaften zu machen.“ Vogts war da gerade zurück vom Afrika-Cup und am Flughafen Düsseldorf gelandet.

Nigerias Fußballverband betonte am Dienstagabend bei einer Pressekonferenz, Vogts sei nicht entlassen und verbleibe im Amt. „Wir distanzieren uns von Gerüchten, dass Vogts entlassen worden ist“, sagte Gremiumsmitglied Abubakar Ladan und fügte vieldeutig hinzu: „Trotz der trostlosen Vorstellung haben wir uns mit der vollen Rückendeckung der Regierung entschieden, den üblichen Weg zu gehen.“ Während Vogts deutscher Trainerkollege Otto Pfister Kameruns „unbezähmbare Löwen“ auf das Halbfinale am Donnerstag gegen Gastgeber Ghana vorbereitete, war für den ehemaligen Bundestrainer der Afrika-Cup nach dem Viertelfinal-Aus gegen Gastgeber Ghana längst beendet - aber offenbar noch nicht sein Job als Trainer in Nigeria.

„Jeden Tag kämpfen, immer wieder kämpfen, das geht an die Substanz“, sagte Vogts. Eine Mühsal, die der frühere deutsche Bundestrainer auf sich nimmt: „Es macht mir unheimlich Spaß, mit den Spielern zu arbeiten.“ Anfang März will der 61-Jährige wieder nach Nigeria fliegen: „Einige Dinge müssen geändert werden. Darüber müssen wir sprechen.“ Ein Thema: „Die Spieler brauchen einen zweiten Masseur.“

Ob er dann tatsächlich ein Flugticket braucht, wird sich zeigen. Die Online-Ausgabe der Zeitschrift „KickOff Nigeria“ berichtete am Dienstag, Favorit für die Nachfolge sei der frühere Profi Stephen Keshi. Weiter hieß es dort, in einer mehrstündigen Sitzung des nationalen Verbandes NFA sei der Beschluss gefasst worden, Vogts trotz seines bis 2010 gültigen Vertrages zu entlassen. Doch das dementierte der Verband am Abend. Dass Vogts’ Arbeitsplatz in Nigeria nicht sicher ist, bestätigte indirekt Nigerias Ex-Kapitän Sunday Oliseh. „Ich wurde schon gefragt, ob ich den Job gern machen würde“, sagte der frühere Dortmunder, er habe schließlich die nötige Erfahrung. Oliseh: „Ich glaube, es wird Zeit, die Lösung liegt in unseren Händen.“

Berti Vogts seinerseits habe das Gespräch mit Nigerias Sportminister vor seinem Abflug aus Ghanas Hauptstadt Accra nach vielen Enttäuschungen wieder Hoffnung gemacht, dass er gebraucht werde und mit der Nationalmannschaft weiterarbeiten könne. dpa

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