Sport : Besessen im Schnee

Ackermann gewinnt beim Weltcup der Kombinierer

Lutz Rauschnick

Kuusamo - Der finnische Stadionsprecher in Kuusamo hatte kein Problem damit, einen deutschen Satz fehlerfrei auszusprechen. „Und wieder ist Ronny Ackermann der große Sieger“, rief er aus. Diesen Satz hatte der Sprecher schon im vergangenen Jahr eingeübt. Damals hatte der Nordische Kombinierer aus Thüringen beide Wettbewerbe in Kuusamo gewonnen. Heute könnte er im Sprint diese Serie fortsetzen, obwohl er die Kälte in Finnland nicht so sonderlich mag. „Das stört mich eigentlich am meisten.“ Doch gestern lief Ackermann bei eisigen Temperaturen zum ersten Sieg.

„Ich bin selbst etwas überrascht von meiner Form“, freute sich Ackermann nach seinem Triumph zum Saisonauftakt. Weder der Finne Hannu Manninen noch der US-Amerikaner Todd Lodwick konnten ihm folgen. Nach einer guten Leistung im Skispringen war er bereits vom zweiten Platz in die Loipe gestartet, den Japaner Daito Takahashi verdrängte er mit seinem starken Lauf von der Spitze. Der wurde schließlich Vierter.

Ackermanns Trainer Hermann Weinbuch spricht euphorisch über seinen Besten. „Der Ronny ist absolute Weltklasse“, sagt er. Nach dem WM-Titel 2003, zwei olympischen Silbermedaillen vor zwei Jahren und den beiden Gesamt-Weltcuperfolgen sei Ackermann auch diesmal wieder Favorit auf den Gesamtsieg.

Ackermann hat lange das Image eines Typen gehabt, der immer für ein bisschen Spektakel sorgt – etwa als er seine Haare rot färbte. Doch inzwischen gehört er zu den Professionellsten in der Rennszene und versteckt das auch nicht. „Er hat den absoluten Siegeswillen, stellt alles hinter seinen Sport zurück und lebt konsequent dafür“, sagt sein Trainer. Weinbuch hat Ackermann Muskelmasse an den Oberschenkeln abtrainieren lassen, damit er leichter ins Fliegen kommt und die Ski speziell im unteren Teil näher an den Körper bringt. Der hat es so genau hintrainiert, dass seine Ausdauerfähigkeit in den Loipen überhaupt nicht gelitten hat. Ergebnis gestern: Zweiter nach dem Springen, mit der fünfzehntschnellsten Zeit als Erster ins Ziel.

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