Sport : Besondere Leistung unter besonderem Druck

Deutschlands Hockey-Männer verhindern durch ein 6:3 gegen Spanien das frühe EM-Aus.

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Boom - Kurz vor der Pause sah es so aus, als könnte der Druck sich doch als ein wenig zu groß erweisen, auch wenn Bundestrainer Markus Weise diese Möglichkeit vorher vehement bestritten hatte. 1:2 lag die deutsche Hockey-Nationalmannschaft gegen Spanien zurück, in einem Spiel, das sie nicht verlieren durfte. Andernfalls hätten die deutschen Männer zum ersten Mal überhaupt das Halbfinale einer Europameisterschaft verpasst. Eine schwierige Konstellation? Nein, hatte Weise vor dem zweiten Gruppenspiel bei der EM in Boom gesagt, „das ist nicht schlimm, wir sind ja nicht zu dieser EM gefahren, um Spiele zu verlieren“. Dass seine Spieler unter besonderer Belastung zu besonderen Leistungen in der Lage sind, zeigten sie in der zweiten Hälfte, als sie aus dem 1:2 noch ein 6:3 machten. Thilo Stralkowsi (2), Moritz Fürste, Christopher Wesley, Martin Zwicker und Oliver Korn trafen für den Titelverteidiger.

„Nach der Halbzeit- Analyse habe ich den Funken gespürt. Da ist die Euphorie und das Jetzt-oder-nie-Feeling aufgekommen“, sagte Kapitän Fürste. Bundestrainer Weise hatte zur Pause auf eine Kabinenpredigt verzichtet. „Er hat uns auf unsere Fehler hingewiesen“, berichtete Fürste. „In Halbzeit eins haben wir mega geackert, danach hat vieles wieder geklappt.“ Fürste selbst leitete mit dem 2:2 die beste Phase mit vier Treffern in acht Minuten ein.

Vor der Pause und nach dem 1:2 im Auftaktspiel gegen Gastgeber Belgien war den Deutschen eine gewisse Verunsicherung anzumerken. Dass die Spanier nach ihrer ersten Strafecke durch Pau Quemada in Führung gingen (16. Minute), trug nicht gerade zur Beruhigung bei. Immerhin gelang Stralkowski fast im Gegenzug und ebenfalls nach einer kurzen Ecke der Ausgleich. Ein unglückliches Eigentor von Torwart Nicolas Jacobi brachte die Deutschen jedoch erneut in Rückstand. Ein Pass in den Schusskreis strich an Freund und Feind vorbei, ehe der Hamburger den Ball berührte und ins eigene Tor ablenkte. „Man hat in den Gesichtern einiger Spieler die Verunsicherung gesehen“, sagte Kapitän Fürste. „Wir waren aber auch noch nicht oft in einer solchen Situation, schon gar nicht so früh bei einer EM.“

Nach der Pause spielten die Deutschen deutlich druckvoller. Die Tormöglichkeiten häuften sich, ehe Fürste in der 44. Minute zum erlösenden 2:2 abstaubte. Plötzlich liefen die Angriffe wie geschmiert: Der verbesserte Stralkowski (48.), Wesley (53.), Zwicker (54.) und Korn (63.) trafen danach beinahe nach Belieben. dpa

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