Sport : Besser als Ballack

Fifa ehrt Birgit Prinz als beste Fußballerin

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Berlin – Neun Pünktchen bekam Spielmacher Michael Ballack, ganze vier Torhüter Oliver Kahn. Platz 28 und 35 belegten die Nationalspieler bei der FifaWahl der Weltfußballer des Jahres, die der Brasilianer Ronaldinho gewann. „Es ist schön, dass eine Frau die Ehre des deutschen Fußballs gerettet hat“, sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder. Birgit Prinz hatte es ihren männlichen Kollegen gezeigt: Nationaltrainer und Spielführer von über einhundert Auswahlteams wählten die 27-jährige Stürmerin des 1. FFC Frankfurt vor Olympiasiegerin Mia Hamm aus den USA und der Brasilianerin Marta vom Uefa-Cup-Sieger Umea zur weltbesten Fußballerin.

„Das ist eine tolle Auszeichnung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe, weil andere die Titel gewonnen haben“, sagte Prinz, der es schwer fiel, ihre Freude nicht nur zu artikulieren, sondern sie auch zu zeigen. Sie ist keine, die ihre Gefühle abseits des Platzes zur Schau stellt. Und so nahm sie in Zürich steif und scheinbar emotionslos die Trophäe aus den Händen von Michel Platini entgegen. Erst beim mitternächtlichen Konzert von Lionel Ritchie ging sie aus sich heraus und tanzte neben Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus, der 1991 als bisher einziger deutscher Mann Weltfußballer war. Birgit Prinz, die in 128 Länderspielen 79 Tore geschossen hat, hatte sich bereits 2003 durchgesetzt – nachdem sie Weltmeisterin, Deutsche Meisterin und DFB-Pokalsiegerin geworden war.

Das Jahr 2004 aber war für Prinz eines der Niederlagen in entscheidenden Spielen. Dem 0:3 im Pokalfinale gegen Turbine Potsdam folgte ein 0:5 im Finalrückspiel des Uefa-Cups gegen Umea IK. Im entscheidenden Meisterschaftsspiel eine Woche später wurde Frankfurt beim 2:7 im eigenen Stadion von Potsdam deklassiert. Und bei den Olympischen Spielen scheiterte Deutschland im Halbfinale am späteren Olympiasieger USA und gewann die Bronzemedaille. Doch Birgit Prinz spielte konstant stark – bei der Fifa-Wahl bekam sie nicht vier und nicht neun Punkte, sondern 376. Tsp

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