Sport : Besser als der Beste

Der Österreicher Martin Höllwarth schlägt Janne Ahonen beim Finale der Vierschanzentournee

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Irgendwie hat es doch noch einen deutschen Sieger gegeben bei dieser 53.Vierschanzentournee. Sven Hannawald, der in Bischofshofen etwas abseits der PaulAußerleitner-Schanze stand, durfte sich nach dem letzten Sprung leise freuen. Und das, obwohl er an dem bisher wichtigsten sportlichen Ereignis dieser Wintersaison gar nicht aktiv beteiligt war. Nach dem letzten Sprung von Bischofshofen war jedoch endgültig klar, wie einmalig die Leistung ist, die Hannawald vor drei Jahren vollbracht hat, als er alle vier Springen bei der Vierschanzentournee gewann. Der Finne Janne Ahonen stand kurz davor, es ihm gleichzutun. Und hat es nicht geschafft.

Im letzten Sprung von Bischofshofen landete der Österreicher Martin Höllwarth auf 137,5 Meter. Zusammen mit seinem Sprung aus dem ersten Durchgang auf 135 Meter genügte dies, um Seriensieger Ahonen, der auf 132 und 140,5 Meter gesprungen war, knapp um sechs Punkte zu schlagen, „Es war mir nicht so wichtig, alle vier Springen zu gewinnen“, sagte der Finne. Zuvor hatte er in Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen und Innsbruck gesiegt. Und sogar der umjubelte Sieger zeigte etwas Reue, die historische Leistung verhindert zu haben. „Es wäre mir fast lieber, ich hätte woanders gewonnen“, sagte Höllwarth. Dritter wurde gestern der 19-jährige Japaner Daiki Ito. Er sprang im zweiten Durchgang im Nebel mit 143 Metern neuen Schanzenrekord.

Ahonen genügte der zweite Platz, um souverän zum dritten Mal die Vierschanzentournee zu gewinnen. Vor den Österreichern Höllwarth und Thomas Morgenstern. Ahonen freute sich sichtbar, erst recht als er unerwartet seine Frau Tiia und den dreijährigen Sohn Mico in die Arme schließen konnte. Ahonen weinte. „Das letzte Mal habe ich das bei meiner Hochzeit getan“, sagte der Finne. Nach dem Springen von Bischofshofen kann niemand mehr behaupten, er zeige in der Öffentlichkeit keine Gefühle, weil er so selten lacht. Sein Frau sagte: „Natürlich ist er glücklich.“ Obwohl die Krönung seiner Leistung ausblieb, hat Ahonen in dieser Saison Außergewöhnliches geleistet. Zehn von zwölf Springen hat er gewonnen, zweimal landete er auf Rang zwei.

Die deutsche Mannschaft beendete das letzte Springen der Tournee mit einem achten Platz von Georg Späth und einem 13. von Michael Uhrmann. „Zweimal bin ich gut gesprungen, zweimal schlecht“, sagte Späth, „für mich war es eine durchwachsene Tournee.“ In der Gesamtwertung kam er auf den neunten Rang, einen Platz hinter Uhrmann. Dieser sagte: „Ich gehe mit einem guten Gefühl aus der Tournee raus.“ Nicht aber das deutsche Team. Es hatte das Ziel verfehlt, einen dritten Springer unter den besten 15 der Gesamtwertung zu platzieren.

Bereits kommendes Wochenende wird auf der Schanze in Willingen weiter gesprungen. Es gibt auch schon einen Favoriten für dieses Springen: Janne Ahonen.

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