Sport : Besser als der Meister

Zweitligist Jena wirft Stuttgart aus dem Pokal

Oliver Trust[Stuttgart]

Als man in Stuttgart vom Los Jena erfuhr, schien für viele klar, das würde eine klare Angelegenheit werden. Man sprach mehr über den nächsten Gegner, den das Halbfinale des DFB-Pokals bringen würde, als über die Aufgabe, zuerst den Pokalschreck aus Jena bezwingen zu müssen. Diese Einstellung sollte sich rächen. Der Deutsche Meister aus Stuttgart handelte sich gestern eine ordentliche Blamage ein und schied mit 4:5 im Elfmeterschießen aus. Der Stuttgarter Antonio da Silva scheiterte als einziger der zehn Schützen, den entscheidenden Elfmeter für den Zweitligisten verwandelte Torsten Ziegner. Erst Sekunden vor dem Ende der Verlängerung hatte Robert Müller den Ausgleich zum 2:2-Endstand für Jena erzielt. Nach Pokalsieger Nürnberg (ebenfalls nach Elfmeterschießen) und Bielefeld sind die Stuttgarter der dritte Bundesligist, den die Jenaer ausgeschaltet haben.

Bis zur 81. Minute lief der VfB einem 0:1-Rückstand hinterher, ehe Mario Gomez aus dem Getümmel zum 1:1 traf und Jenas Führung durch Tobias Werner aus der ersten Halbzeit ausgleichen konnte. Der Nationalspieler erzielte in der 94. Minute auch das vermeintlich entscheidende 2:1. Im sechsten Spiel des Jahres 2008 waren es für den Stürmer bereits die Tore acht und neun, doch auch die reichten dem Meister am Ende nicht.

Schon in der ersten Halbzeit hatten sich die Stuttgarter zum Gespött ihres Publikums gemacht. Es war die schwächste Vorstellung des VfB Stuttgart in einer insgesamt dürftigen Saison. Erstaunlich, wie bereitwillig sich die Profis des VfB vom Vorletzten der Zweiten Liga vorführen ließen. Einen Pfostenschuss gab es durch Yildiray Bastürk, sonst spielte Jena. Eine lustlose Darbietung auf der einen Seite, Kombinationsfußball auf der anderen, so wie in der 32. Minute: Nach einer Flanke von Torsten Ziegner brachte Tobias Werner einen Kopfball im langen Eck des Stuttgarter Tores unter. Nationalspieler Roberto Hilbert war wie im Trainingsspiel hinter dem Torschützen hergetrabt, ohne ihn zu stören. Durch Marcel Schied und zweimal Werner besaß Jena drei gute Möglichkeiten und hätte höher führen können.

In der Pause schien Trainer Armin Veh das Problem der ersten Hälfte deutlich angesprochen zu haben. Die Stuttgarter mühten sich nun, den katastrophalen Eindruck zu korrigieren. Die Kräfteverhältnisse drehten sich, Stuttgart aber tat sich weiter schwer. Der VfB vergab zahlreiche Chancen. Auf der Gegenseite hatten die Stuttgarter Glück, als Nils Petersen in der 86. Minute die große Chance zum 2:1 nicht nutzte. Noch.

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