Sport : Besser geht’s nicht

Die Eisbären siegen im Spitzenspiel gegen Frankfurt mit 4:1

Claus Vetter

Berlin. Besser hätte es für den EHC Eisbären am Freitag gar nicht laufen können. Schließlich schauten den Berlinern sehr wohlgesonnene Gäste im Sportforum vorbei. Auf der Tribüne war das Klub-Eigner Philip Anschutz, auf dem Eis waren das die Frankfurt Lions - bis gestern noch Tabellenführer der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Diesen Platz mussten die Hessen nach dem Spiel in Berlin wieder an die Eisbären abgeben, die vor 5000 Zuschauern 4:1 (1:0, 2:0, 1:1) gegen die Frankfurter siegten.

Natürlich verbinden sie bei den Berlinern den Besuch von Anschutz mit der Hoffnung darauf, dass in ein paar Jahren Berlin zu einer Eishockey-Hochburg wie Köln oder Hamburg wird. Schließlich sind die Haie und Freezers mit ihren fünfstelligen Besucherzahlen in Dimensionen vorgestoßen, wie man sie im deutschen Profisport sonst außerhalb des Fußballs nicht kennt. Und natürlich weilte Anschutz vor allem in Berlin, weil er unter anderem mit Bürgermeister Klaus Wowereit über die geplante Groß-Arena am Ostbahnhof sprechen wollte. Der gestrige Ausflug ins Sportforum war für den Milliardär aus Denver da nur lockere Abendunterhaltung – allerdings eine, an der der kleine Mann mit den grauen Schläfen seine Freude hatte.

Bereits nach 21 Sekunden klatschte Anschutz zum ersten Mal freudig erregt in die Hände: Denis Pederson hätte fast das 1:0 für die Eisbären erzielt, scheiterte aber am herausragenden Frankfurter Torhüter Ian Gordon. In der schnellen und von den Hessen hart geführten Partie gelang den Berlinern nach 13 Minuten der verdiente Führungstreffer. Ricard Persson traf, als der Frankfurter Mark Etz auf der Strafbank saß. Auch der zweite Treffer fiel, als die Hessen in Unterzahl waren. In der 26. Minute setzte Keith Aldridge den Puck aus Nahdistanz ins rechte obere Eck des Frankfurter Tores.

Danach schafften es die Lions nicht, aus einer 105 Sekunden währenden 5:3-Überzahl Kapital zu schlagen. Zehn Sekunden vor der zweiten Pause traf Steve Walker zum 3:0 für die Eisbären, die Vorentscheidung war gefallen. Nach ihren zuletzt mäßigen Auftritten, mussten sich die deutlich verbesserten Berliner im wegen einiger Raufeinlagen unansehnlichen letzten Drittel nicht mehr besonders anstrengen. Mark Beaufait schoss noch das 4:0 und sein Torhüter Oliver Jonas kam fast zu seinem verdienten „Shut-out“. Sekunden vor Schluss verhinderte der Frankfurter Jason Young mit seinem Treffer ein Spiel ohne Gegentor für Jonas.

Wie heißt es doch in einem der Werbeslogans der Eisbären: „Die beißen nicht – die wollen nur spielen.“ Mit den Lions spielen die Eisbären in dieser Saison anscheinend besonders gern. Gestern trafen die Hessen zum dritten Mal auf die Berliner und standen am Ende zum dritten Mal ohne ein Erfolgserlebnis da. Verständlich, dass nach der Schlusssirene der Großteil der Zuschauer und natürlich auch Eisbären-Eigner Philip Anschutz entsprechend zufrieden waren.

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