Sport : Bessere Chancen für Nachwuchs: Im Spiegel des Tages

Markus Hesselmann

Was wäre, wenn die geplante weitgehende Beschränkung auf EU-Ausländer im deutschen Sport schon seit einiger Zeit Gültigkeit hätte? Anthony Yeboah, zweimaliger Torschützenkönig der Fußball-Bundesliga, dürfte in Deutschland keine Tore schießen. Denn er überzeugte einst in der Zweiten Liga beim 1. FC Saarbrücken als Erster die Deutschen von den Qualitäten eines afrikanischen Torjägers. Und der Favorit der Cottbuser Fans, der Brasilianer Franklin Bitencourt, der mit dem FC Energie aus der Zweiten in die Erste Liga aufgestiegen ist, wäre auch von Amts wegen unerwünscht. Denn nach den jetzt bekannt gewordenen Plänen dürfen künftig nur noch Erstligisten Spieler aus Ländern außerhalb der Europäischen Union unter Vertrag nehmen. Damit soll der in vielen Sportarten an den Rand gedrängte deutsche Nachwuchs vor zu viel Konkurrenz geschützt und gleichzeitig ein Aspekt eines künftigen Einwanderungsgesetzes geregelt werden.

Das klingt revolutionär und ist es auch. Jetzt aber "Rassismus" und "Ausländerfeindlichkeit" zu schreien und an die ohnehin im Lande verbreitete Stimmung gegen Ausländer zu erinnern, ist wohlfeil und wird dem Anliegen nicht gerecht. Denn die Regelung ist aus sportpolitischer Sicht gut begründet. Sie soll dem deutschen Nachwuchs Spielpraxis wenigstens in unteren Ligen verschaffen. Yeboah, Bitencourt und viele andere prominente Beispiele zeigen aber, dass im Sonderfall Fußball alle drei Profiligen ausgenommen werden sollten. Alles andere wäre absurd.

Insgesamt aber helfen diese Pläne nicht nur dem deutschen Sportler-Nachwuchs. Viele junge Afrikaner und Brasilianer, mit wilden Versprechungen von windigen Spielervermittlern nach Deutschland gelockt, werden dann nicht mehr bei unterklassigen Klubs versauern und ihre Karrieren verschleudern.

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