Sport : Besserer Freund

Schüttler schlägt Haas in München mit 6:4, 2:6, 6:4

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Wer im letzten Jahr fragte, wer die Nummer eins im deutschen HerrenTennis ist, bekam stets die Antwort: Rainer Schüttler. Wegen dessen Schwächephase zu Saisonbeginn fällt die Festlegung in diesem Jahr nicht mehr so leicht. Nicolas Kiefer oder Thomas Haas wären inzwischen auch ernsthafte Antwortmöglichkeiten. Da traf es sich gut, dass gestern bei den BMW Open in München Rainer Schüttler und Thomas Haas gegeneinander spielten, um die Frage zu klären. Nach Schüttlers 6:4, 2:6, 6:4-Erfolg lässt sich sagen, dass in der deutschen Tennishierarchie alles beim Alten bleibt.

Der in München an Nummer eins gesetzte Korbacher steht damit im Viertelfinale des mit 380000 Euro dotierten Turniers. Dort trifft er auf den Sieger der Partie Victor Hanescu (Rumänien) gegen Nikolai Dawidenko (Russland). Für Schüttler war es der vierte Sieg im vierten Spiel gegen den gebürtigen Hamburger Haas.

Im ersten Duell der beiden Freunde seit über drei Jahren erwischte Haas einen schlechten Start und gab sein erstes Aufschlagspiel ab. Schüttler nutzte nach 38 Minuten seinen zweiten Satzball zum 6:4. Vor knapp 4000 Zuschauern auf dem ausverkauften Centre Court, die ihre Stars mit Transparenten anfeuerten, auf denen „Go for it Tommy“ oder „Auf geht’s Shaker“ stand, zeigte der laufstarke Schüttler im ersten Durchgang das konstantere Tennis.

„Je länger das Match ging, desto besser wurde ich“, sagte Schüttler, der bei seinem Erstrundenspiel zwei Tage zuvor noch über Müdigkeit und Umstellungsprobleme geklagt hatte. Auch im zweiten Satz präsentierte er sich bis zum 2:2 in guter Form. Haas bot in dieser Phase aber das konzentriertere Spiel und gewann durch ein 6:2 erstmals einen Satz gegen den Daviscup-Teamkollegen. Im entscheidenden dritten Durchgang behielt Schüttler aber die Nerven und setzte sich mit 6:4 durch.

„Hut ab“, sagte Haas. „Rainer hat wirklich sehr gut gespielt.“ Durch den Sieg erhielt sich der Hesse die Hoffnung, zehn Jahre nach Michael Stich als erster Deutscher das Traditionsturnier zu gewinnen. „Das ganze Spiel war nicht einfach, Thomas war sehr gut“, sagte der Finalist von 2002. Aufgrund eines Bienenstichs, den er sich in der Nacht zugezogen hatte, schmerzte sein Arm. Der Unterlegene drückt nun seinem Bezwinger die Daumen. „Ich wünsche ihm jetzt den Turniersieg“, sagte Haas.

Überraschend war für den Sieger von 2001, den Tschechen Jiri Novak, im Achtelfinale Endstation. Der 29-Jährige verlor gegen seinen Landsmann Radek Stepanek mit 3:6, 5:7. Stepanek, der in München vor zwei Jahren das Doppel gewann, steht damit wie im Vorjahr im Viertelfinale, wo er an diesem Freitag auf Luis Horna (Peru) trifft.

Qualifikant Alexander Waske (Frankfurt/Main) hat ebenfalls heute die Chance, durch einen Sieg gegen den Belgier Olivier Rochus zum ersten Mal in das Halbfinale eines ATP-Turniers einzuziehen. „Ich halte Rochus für einen der talentiertesten Spieler auf der Tour, hoffe aber, meine Kraftüberlegenheit einsetzen zu können“, sagte der 29-Jährige. Tsp/dpa

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