Sport : Bessonowa begeistert Gymnastikfans

Marco Bosch

Berlin - Anna Bessonowa mag Berlin. Zum einen hat sie hier vor einem Jahr den Mehrkampf des Grand Prix „Berlin Masters“ der Rhythmischen Sportgymnastik gewonnen, zum anderen wählte das Berliner Publikum sie aufgrund ihrer eleganten Ausstrahlung im gleichen Jahr zur „Miss Turnier“. Am heutigen Sonntag ist sie zurück in der Max-Schmeling-Halle und möchte die Liste ihrer gewonnenen Titel noch verlängern.

Berlin ist in diesem Jahr die achte und damit letzte Station der Grand-Prix-Serie. In der Gesamtwertung der Serie führt die Ukrainerin Bessonowa in zwei von vier Disziplinen. Sie beherrscht das Jonglieren mit den Keulen und das Werfen mit dem Seil wie keine Zweite. In den weiteren Disziplinen, Ball und Band, liegt sie auf Rang zwei. Damit ist sie auf dem besten Wege, den Mehrkampf zu gewinnen. Die 21 Jahre alte Kiewerin war bereits 2003 dreifache Europameisterin, zweifache Weltmeisterin und gewann in drei Disziplinen des Grand Prix. Im olympischen Jahr 2004 holte sie die Bronzemedaille – „mein eigenes Minimalziel“, wie sie damals sagte. Sie ist ehrgeizig. Und sie ist beliebt: Vor dem Bereich, wo die Athletinnen sich zwischen den jeweils 90 Sekunden dauernden Turn-Auftritten vorbereiten, stehen in diesen Tagen junge Mädchen Schlange und warten auf ein Autogramm Bessonowas. „Sie ist der absolute Star des Sports“, sagt Sonja Schmeißer vom Berliner Turnerbund. Finanziell wirkt sich dies aber nicht stark aus: Als Preisgeld für die Siege in den vier Wertungen gibt es insgesamt eine Summe von 14 000 Euro zu holen.

Drei Wochen vor der WM in Baku in Aserbaidschan ist es für die Weltelite wichtig, die richtige Form für die Titelkämpfe zu finden. So geht in Berlin auch die Russin Irina Tschaschina an den Start, die in der Grand-Prix-Wertung nicht mehr vorne dabei ist, jedoch als amtierende Europameisterin (Seil und Keulen) als Mitfavoritin auf den Weltmeistertitel gilt. Die deutschen Starterinnen Lisa Ingildewa, Klaudia Wittmann und Darja Stolbin kämpfen in Berlin (Finale am Sonntag ab 12.15) noch um die Qualifikation für Baku. Das Vorbild für die deutlich jüngeren Deutschen ist klar: Anna Bessonowa.

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