Sport : Beste Unterhaltung

DORTMUND – KAISERSLAUTERN 4:2

Hartmut Scherzer

Dortmund - „Wir werden die Lauterer wegputzen“, hatte Stadionsprecher Norbert Dickel vor dem Anpfiff getönt. 45 Minuten lang sah es nicht danach aus. Doch dann brachen die Pfälzer ein, und Borussia Dortmund besiegte den 1. FC Kaiserslautern dank einer starken zweiten Halbzeit 4:2 durch zwei Kopfballtore von Jan Koller und eines des überragenden Sebastian Kehl. Ewerthon hatte das schnelle Führungstor der Lauterer durch Halil Altintop ausgeglichen.

Es war nicht unbedingt Feines, was die Teams zeigten, aber beste Unterhaltung, die den 76 000 Zuschauern geboten wurde. Denn außer den sechs Toren passierte auch sonst einiges: Der Dortmunder Kapitän Christian Wörns schied schon nach sechs Minuten mit einer Rückenverletzung aus. Kehl übernahm die rote Binde, und sie mag es gewesen sein, die ihn zum Führungsspieler und Kämpfer im Mittelfeld werden ließ.

Kaiserslauterns Trainer Hans-Werner Moser hatte personelle Nöte, musste mit einer Verlegenheits-Viererkette auskommen und sorgte für Aufsehen, als er in der 53. Minute den erst 19 Jahre alten Matthias Henn in die Innenverteidigung einwechselte. Bei seinem Bundesliga-Debüt war dieser in der Atmosphäre des Dortmunder Westfalenstadions aber überfordert und hatte riesiges Glück, dass ein klares Foul an Dede und ein noch klareres Handspiel nicht zu Elfmetern führten. Dede sah nach der angeblichen Schwalbe sogar Gelb, zum fünften Mal in dieser Saison. Dortmunds Trainer Bert van Marwijk verstand die Welt nicht mehr. „Uns wird ein klarer Elfmeter verwehrt und wir verlieren dadurch noch einen Spieler für nächsten Samstag.“ Vom Auftreten seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit war der Niederländer mehr angetan: „Alles gut gemacht, spielerisch und charakterlich.“ Sein Gegenüber Moser musste ein gegenteiliges Resümee ziehen: „Wir sind an unsere Grenzen gestoßen.“

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