Bestechungsversuch : Deutscher Trainer mit 20.000 Dollar gelockt

Beim Afrika-Cup ist es zu einem Bestechungsversuch gekommen. Dem deutschen Trainer des Benin, Reinhard Fabisch, soll ein Unbekannter Geld für die Spielbeeinflussung geboten haben. "Ich war schockiert", sagte er.

Reinhard Fabisch
Blieb standhaft: Fabisch drohte dem Unbekannten mit der Polizei. -Foto: ddp

AccraEin Vertreter einer Wett-Organisation aus Singapur habe den deutschen Coach vor dem Auftaktspiel seiner Mannschaft gegen Mali (0:1) kontaktiert. "Ich wurde im Hotel von jemandem angesprochen, der sich Mister Andrews nannte. Er sagte, er arbeite für einige Leute in Asien, die bereit seien, 20.000 Dollar zu zahlen, wenn ich das Spiel beeinflussen würde", sagte Fabisch.

Der Mann habe gefragt, "ob ich Spieler hätte, denen ich vertrauen könnte, am besten Torwart oder Verteidiger, denn es sei am einfachsten, ein Spiel durch einen Elfmeter oder einen Torwartfehler zu beeinflussen." Der Nationaltrainer betonte, er sei "schockiert" gewesen, dass offenbar auch beim Afrika-Cup solche Sachen passieren würden. Der Ex-Profi von Borussia Dortmund habe dem Mann mit der Polizei bedroht, worauf dieser das Weite gesucht hat. "Am nächsten Tag rief er mich aber noch einmal an und wiederholte sein Angebot. Ich habe ihn gefragt, ob er unseren Sport kaputt machen wolle und habe aufgelegt", sagte Fabisch.

Nur Ärger für Fabisch

Auch sonst brachte der Afrika-Cup dem 57-jährigen Deutschen jede Menge Ärger. Erst gestern hatten sich 600 Fans der "Eichhörnchen" vor dem Mannschaftshotel in Sekondi versammelt und gegen seine Entscheidung demonstriert, Tunesien-Legionär Mouritala Ogoubiyi aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader zu streichen.

Der Trainer verteidigte seine Maßnahme: "Er ist seit sechs Wochen ohne Training, würde nicht mal fünf Minuten durchhalten." Fabisch steht vor dem zweiten Spiel seines Teams am Freitag gegen die Elfenbeinküste mit dem Rücken zur Wand. (hu/sid/dpa)

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