Sport : Bestzeit im Wikingerschiff

Claudia Pechstein steht bei der Mehrkampf-EM im Eisschnelllauf vor dem Titelgewinn – Langläufer Tobias Angerer gewinnt Weltcup in Val di Fiemme

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Nicht gewonnen und dennoch in Führung: Für Claudia Pechstein hat die Mehrkampf-EM im Eisschnelllauf in Hamar gut begonnen. Auf dem Oval, das einem Wikingerschiff ähnelt, überraschte die Berlinerin mit einer persönlichen Bestzeit von 39,60 Sekunden und Platz drei über 500 Meter. „Mit der Bestzeit hatte ich nicht gerechnet, denn das Eis schien mir im Training nicht so schnell zu sein“, sagte sie. Zwei Stunden später lief sie in 4:08,47 Minuten auf Rang zwei über 3000 Meter. Dennoch hat sie mit 81,011 Punkten beste Aussichten, die seit 2000 anhaltende Siegesserie deutscher Damen bei Europameisterschaften auszubauen. Falls die Eismaschinen wieder funktionieren. Gestern musste wegen defekter Maschinen das 5000-Meter-Rennen der Männer auf heute verschoben werden.

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Mit einem unwiderstehlichen Sprint holte sich der Vachendorfer Tobias Angerer im italienischen Val di Fiemme beim 30-km-Massenstartrennen im freien Stil seinen vierten Sieg im Langlauf-Weltcup dieses Winters. Damit baute Angerer seine Führung im Gesamtweltcup weiter aus. Als der am Ende drittplatzierte Pietro Piller-Cottrer aus Italien vor dem letzten Anstieg attackierte und einen Vorsprung von 25 Metern herausgelaufen hatte, kam Angerers unnachahmlicher Antritt. 50 Meter vor dem Ziel hatte er den Italiener überspurtet. „Er weiß, dass er im Finale mitgehen kann“, lobte Bundestrainer Jochen Behle Angerer. Probleme hatten dagegen die Frauen beim Massenstartrennen über 15 Kilometer. Nur Evi Sachenbacher-Stehle konnte als Sechste beim dritten Saisonerfolg der Tschechin Katerina Neumannova überzeugen. „Am letzten Berg verließen mich die Kräfte“, beschrieb die Staffel-Olympiasiegerin die entscheidende Situation.

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Vier Wochen vor den Olympischen Winterspielen in Turin fahren die Favoriten im alpinen Weltcup der Konkurrenz davon. Die dreimalige Goldmedaillen-Gewinnerin Janica Kostelic aus Kroatien fügte ihrer Erfolgsgeschichte mit dem ersten Weltcup-Abfahrtssieg in Bad Kleinkirchheim ein weiteres Kapitel hinzu. Sie kann heute als vierte Sportlerin in einer Saison in Slalom, Riesenslalom, Super-G und Abfahrt triumphieren. Bei den Männern unterstrich der Amerikaner Daron Rahlves seine derzeitige Ausnahmeposition. Er siegte auf der berühmten Lauberhorn-Abfahrt in Wengen.

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Ein kleiner Fehler kostete Michael Rösch den ersten Weltcup-Sieg seiner Biathlon-Karriere. In Ruhpolding strauchelte der Altenberger nach dem Stehendschießen über seine Skistöcke. Am Ende lag er lediglich 3,8 Sekunden hinter dem Norweger Frode Andresen, Dritter wurde Michael Greis.

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Von solchen Erfolgen ist Ronny Ackermann gegenwärtig weit entfernt. 27 Tage vor dem Start der Olympischen Winterspiele sucht er verzweifelt nach seiner Sprungform. Der Doppelweltmeister scheiterte beim Weltcup der Nordischen Kombinierer im italienischen Val di Fiemme erneut an seinen schwachen Leistungen von der Schanze und landete im Massenstart-Wettbewerb nur auf Rang 16. Nun denken die Trainer sogar über eine Wettkamfpause für Ackermann nach. Es siegte der Finne Hannu Manninen, es war sein sechster Erfolg in dieser Saison. Bester Deutscher war zunächst Georg Hettich als Sechster, doch er wurde wie drei weitere Athleten wegen eines nicht regelkonformen Sprunganzuges disqualifiziert. „Der Schritt war einen Zentimeter zu tief“, sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, „gestern hatten wir selber gemessen, da war es noch in Ordnung.“

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Matthias Höpfner kommt seinem Ziel Olympia immer näher. Beim Zweierbob-Weltcup am Samstag in Königssee fuhr er auf Rang zwei und musste sich nur dem kanadischen Weltmeister Pierre Lueders geschlagen geben. Höpfner, dessen Chancen für Turin nun gut stehen, hatte am Ende 16 Hundertstelsekunden Vorsprung auf seinen Rivalen René Spies aus Winterberg, der Vierter wurde. dpa

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