Besuch beim FC Bayern : Demichelis schwärmt von Idol Maradona

Schon als Kind hat Martin Demichelis Diego Maradona vergöttert. Jetzt kam der Bayern-Verteidiger in den Genuss, mit seinem Idol zu sprechen - und zwar direkt vor Ort in München.

Diego Maradona
Diego Maradona (l.) und der frühere argentinische Weltmeistertrainer Carlos Bilardo. -dpa

Auf seiner Europa-Tour hat Diego Armando Maradona auch für seine beiden Bayern-Legionäre das WM-Projekt 2010 eingeläutet. Eine gute Dreiviertelstunde plauderte der neue Trainer der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft mit Martin Demichelis und José Ernesto Sosa - es reichte, um die seit Kindesbeinen an für Maradona schwärmenden Bundesliga-Profis noch mehr für die Kicker- Legende aus Südamerika zu begeistern.

Weltmeistertrainer Bilardo begleitet Maradona

"Wenn das größte argentinische Fußball-Idol und der letzte Weltmeister-Trainer nach München kommen, um José und mich zu besuchen, mehr kann man nicht verlangen", meinte Demichelis am Freitag. Neben Maradona war auch Teammanager Carlos Bilardo - zusammen hatten sie als Spieler und Trainer vor 22 Jahren den zweiten und bislang letzten WM-Titel für die Albiceleste geholt - bei der Unterredung dabei.

"Allein seine Präsenz übt eine unheimliche Motivation auf alle Spieler aus", sagte Demichelis. Er hoffe, dass "Diego" der Mannschaft lange erhalten bleibe. Demichelis und Sosa sind von Maradona für dessen erstes Spiel am 19. November im Hampden Park von Glasgow gegen Schottland nominiert worden. Derzeit befindet sich der Weltmeister von 1986 auf der Durchreise, um seine auf dem europäischen Kontinent beschäftigten Akteure zu treffen. "Er war hier und macht das, was ich vor vier Jahren gemacht habe", sagte der neue Bayern-Coach Jürgen Klinsmann, der bei seinem Amtsantritt als Bundestrainer ebenfalls den raschen Kontakt zu seinen Spielern gesucht hatte.

Klinsmann lädt Maradona ein

Über die Arbeit von Maradona könne er indes nichts sagen, so Klinsmann. Dass Maradona eigens für Demichelis und Sosa nach München gereist sei, wertete er als Zeichen der Wertschätzung und lud den früheren Mittelfeldstar zu einem längeren Besuch ein. "Wir würden uns freuen, wenn er hier und da mal vorbeischaut bei den Spielen", sagte Klinsmann. Dass die erste längere Begegnung dann doch zeitlich begrenzt war, lag an Maradonas prall gefülltem Terminkalender.

Erst am Dienstag war er offiziell als Nachfolger des nach dem 0:1 in der WM-Qualifikation gegen Chile zurückgetretenen Alfio Basile vorgestellt worden. Am Mittwoch verfolgte er das 0:2 von Real Madrid in der Champions League gegen Juventus Turin. Und vor dem Treffen mit Demichelis und Sosa stand ein Meeting mit Lionel Messi in Barcelona auf dem Programm, ehe der Flieger am Freitagmorgen wieder Richtung England zu Carlos Tevez von Manchester United und Javier Mascherano vom FC Liverpool abhob.

Schon als Kind habe er wie alle anderen auch Maradona "vergöttert", erzählte Demichelis und verwies sogar auf Sammelalben und Poster in seinem Kinderzimmer. Mit Maradona und Bilardo wollen die in der WM-Qualifikation ins Stolpern geratenen Argentinier nun den Weg nach Südafrika schaffen - und dort an die Erfolge von einst anknüpfen. "Ich träume davon, 2010 dabei zu sein", sagte der kurz vor der WM 2006 in Deutschland ausgemusterte Demichelis. (mbo/dpa)

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