Sport : Besuch mit Folgen

Montoya fühlt sich wohl bei McLaren-Mercedes, wohin er schon 2004 wechseln könnte

Karin Sturm

Es gibt nicht selten Momentaufnahmen in der Formel 1, die mehr aussagen als jedes offizielle Statement der Teams. In Indianapolis zum Beispiel war Folgendes zu beobachten: Juan Pablo Montoya, der die Mädchen der McLaren-Hospitality mit Küsschen links und Küsschen rechts begrüßt. Juan Pablo Montoya im fröhlichen, trauten Gespräch mit Mercedes-Sportchef Norbert Haug, dem er ganz kumpelhaft nicht nur auf die Schulter, sondern auch auf den Bauch klopft. Und das alles im WM-Endkampf, in dem ja nicht nur ein Michael Schumacher, sondern auch McLaren-Mercedes mit Kimi Räikkönen ein erbitterter Gegner des Kolumbianers ist.

War das alles nur Zufall, ein Zeichen für den freundschaftlichen Umgang auch bei harter Konkurrenz – oder doch ein Indiz für mehr? Dafür, dass nach dem WM-Finale in Suzuka in zwei Wochen doch noch die Sensation verkündet wird, dass Montoya bereits 2004 nicht mehr in einem BMW-Williams, sondern in einem Silberpfeil fahren wird. Eigentlich hatte sich dieses Thema für die kommende Saison bereits erledigt, sollte erst wieder für 2005 aktuell sein. Doch jetzt in Indianapolis haben sich die Gerüchte verdichtet, dass der Transfer doch vorzeitig erfolgen könnte.

Patrick Head, der Technische Direktor von Williams, behauptet zwar, dass man Montoya auf keinen Fall vorzeitig aus seinem bis Ende 2004 laufenden Vertrag entlassen wolle. Dennoch ist Montoyas Manager Julian Jakobi offenbar dabei, alle rechtlichen Möglichkeiten zu prüfen, eventuell über europäisches Recht „auf freie Arbeitsplatzwahl im Falle eines deutlich besseren Angebots“ ein Schlupfloch im Vertrag zu finden. Ralf Schumacher ließ schon mal die Bemerkung fallen: „Wer weiß, vielleicht ist Juan nächstes Jahr gar nicht mehr bei uns.“

Der Verlierer wäre der Schotte David Coulthard, dessen Vertrag bei Mercedes wohl eine Klausel enthält, dass er bei einer vorzeitigen Verpflichtung von Montoya gehen müsse. Möglicherweise könnte Coulthard in einem Mercedes im Deutschen Tourenwagen-Masters noch einmal Unterschlupf finden. Kimi Räikkönen gibt sich von der Entwicklung unbeeindruckt: „Mir ist egal, wer mein Kollege ist, solange er nicht schneller ist als ich.“

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