Sport : Betrübte Sieger

Sven Felski schießt das einzige Tor beim Eisbären-Sieg in Krefeld

H.-G. Schoofs

Krefeld. „Wir müssen auswärts einfach besser spielen“, sagte Pierre Pagé gestern nach dem 1:0-Erfolg seiner Mannschaft bei den Krefeld Pinguinen. Der Trainer des EHC Eisbären bezeichnete den zehnten Auswärtssieg in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) als „kleine Lösung“, mit der man drei wichtige Punkte gewonnen habe. Zufrieden mit der Leistung war er nicht: „Wir hatten in den letzten Wochen zwar viele Verletzte und Kranke. Doch das darf nicht als Entschuldigung gelten.“

Die Minimalisten aus Berlin setzten am Niederrhein vor 2613 Zuschauern insgesamt auf Defensive. So hatte der Meister aus Krefeld optisch mehr vom Spiel und am Ende auch mehr Schüsse auf seinem Konto. Doch Eisbären-Torwart Rich Parent hatte es relativ leicht, zum zweiten Male in dieser Saison kein Tor zu kassieren. „Meine Jungs haben mit Herz gespielt. Leider fehlte uns heute das Glück. Das Berliner Tor war wie vernagelt. Ein Fehler hat uns die Punkte gekostet“, sagte Pinguine-Coach Haralds Vasiljevs.

Diesen Fehler von Chris Luongo nutzte Sven Felski in der 17. Minute eiskalt aus. Er umkurvte den Krefelder Verteidiger und ließ auch Nationaltorhüter Robert Müller schlecht aussehen. Wenige Sekunden später traf Alexander Barta den Pfosten des Krefelder Tores. „Es ist sehr schön, wenn man nach einer so langen Verletzungspause so ein wichtiges Tor erzielt“, sagte Felski. Auf die Frage, ob man in der Kabine schon über die Meisterschaft spreche, antwortete er: „Wir wollen in die Play-offs, mehr nicht. Dann fängt die Saison wieder von vorn an.“

Es war gestern ein Match mit wenigen Höhepunkten. Für die meisten sorgten die Eisbären. Schon vor dem Tor des Tages hatten sie durch Felski und Pederson zwei gute Einschussmöglichkeiten. Da bei den Pinguinen auch in Überzahl nicht viel klappte, geriet die Berliner Abwehrmauer eigentlich nie so richtig ins Wanken. Dafür sorgte auch ein souveräner Darryl Shannon, der gestern erstmals nach dem Titelgewinn mit Krefeld an die Städte seines Erfolges zurückkehrte. Vor dem Spiel bekam er unter dem Jubel der Krefelder Fans seine Meisteruhr überreicht. Seinen ehemaligen Mannschaftskameraden spendete der Kanadier vor der Abfahrt in die Heimat ein wenig Trost: „Ich hoffe, die Jungs rutschen nicht noch in die Play-downs.“ Der Rückfall in die Abstiegsrunde kann durchaus noch passieren. Die Play-offs wird der Meister jedenfalls nicht mehr erreichen. Das werden die Eisbären mit Erleichterung zur Kenntnis nehmen.

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