Sport : Beziehungsprobleme

Was Handballer Stefan Kretzschmar an seinem Verein stört

Friedhard Teuffel

Skjern ist ein Städtchen an der dänischen Westküste, „kein besonders aufregendes“, wie Bernd-Uwe Hildebrandt findet. Das trifft sich gut, denn Hildebrandt möchte die Reise des von ihm gemanagten Handballklubs SC Magdeburg für ein Gespräch hinter verschlossenen Türen nutzen. Eine hübsche Umgebung würde da nur stören. Hildebrandt will vor dem Champions-League-Spiel an diesem Sonntag in Skjern etwas klären, das er für ein Missverständnis hält, sein Spieler Stefan Kretzschmar aber für einen „Vertrauensbruch“.

Dass die Zeitungen im Moment voll sind von wilden Gerüchten über die Trennung zwischen Handballer Kretzschmar und Schwimmerin Franziska van Almsick, daran ist Hildebrandt schuld. Das glaubt zumindest Kretzschmar. Über seine Zukunft beim SC Magdeburg möchte er deshalb im Moment nicht mit Hildebrandt sprechen. Er hat sogar damit gedroht, den Verein nun deshalb zu verlassen. Der Manager aber sagt: „Wir haben doch schon ganz andere Probleme zusammen durchgestanden. Keiner im Verein kennt Stefan so lange wie ich. Natürlich werde ich mit ihm reden.“

Wie es zu all dem Wirbel kam, erklärt sich Hildebrandt so: Er habe dem MDR ein Interview gegeben und darin gesagt, dass es in der Beziehung zwischen Kretzschmar und van Almsick nicht rund laufe. „Das haben die dann zusammengeschnitten und eine Pressemitteilung herausgegeben, dass sich die beiden getrennt hätten.“ Also sei nicht er Kretzschmar eine Erklärung schuldig, sondern der MDR.

Hildebrandt glaubt nicht daran, dass sich Kretzschmar ernsthaft überlege, den SC Magdeburg zu verlassen. „Wir haben doch schon vor drei Monaten entschieden, dass er als Spieler bei uns bleibt. Es geht nur noch darum, ob er in vier Jahren als Agentur unser Marketing macht.“

Das alles wird Hildebrandt nun mit Kretzschmar besprechen, und es wird sicher ein sehr persönliches Gespräch. Der einzige Grund, Magdeburg zu verlassen, wäre nämlich im Moment tatsächlich ein gestörtes Verhältnis zum Manager. So hatte es Kretzschmar noch am Freitagabend formuliert, als er in Halle zu Sachsen-Anhalts Sportler des Jahres gewählt wurde: „Für mich ist klar, dass ich in Magdeburg bleiben möchte.“ Aber er sei schwer enttäuscht vom Manager: „Es ist ein Tischtuch zerschnitten worden, das nicht so leicht wieder zu nähen ist.“

Etwas Privates hat Stefan Kretzschmar in Halle auch noch gesagt: „Wir haben uns nicht getrennt. Und die Probleme, die wir in unserer Beziehung haben, gehen niemanden etwas an.“

0 Kommentare

Neuester Kommentar