Sport : BFC Dynamo empfängt Union - Kontrahenten trennen Welten

Claus Vetter

Die Vorzeichen vor dem Berliner Regionalliga-Derby sind klar: Ungeschlagen führt Union die Tabelle an, der zuletzt dreimal in Folge sieglose BFC Dynamo ist nach gutem Saisonstart ins Mittelfeld abgerutscht. Am Sonnabend kommt es zum Duell, wenn der BFC Dynamo den 1. FC Union empfängt (13.30 Uhr, Sportforum Hohenschönhausen).

Nicht nur im sportlichen Bereich, sondern auch hinter den Kulissen liegen zwischen beiden Vereinen mittlerweile Welten. So ist Union seit dem Einstieg des Münchener Filmrechtehändlers Michael Kölmel im letzten Jahr ohne finanzielle Sorgen. Beim BFC, wo zuletzt Manager Horst Göhler nach Differenzen mit Präsident Volkmar Wanski gehen musste, kamen hingegen in den letzten Tagen die Finanzprobleme des Vereins an die Öffentlichkeit. Kein leichtes Amt für Klaus Goldbach, der einen großen Anteil am guten Start der Berliner in diese Spielzeit hatte. "Ich kann nicht sagen, dass diese Dinge total an uns vorbeigehen", sagt der Trainer des BFC, "trotzdem haben wir zuletzt genauso im Training gearbeitet wie vorher auch. Wie weit der einzelne Spieler das alles verkraftet, ist natürlich schwer zu sagen". In Köpenick hält sich die Anteilnahme an den Schwierigkeiten des Lokalkonkurrenten in Grenzen. "Mir tut jemand leid, der ohne eigene Schuld in eine solche Situation hereinkommt", sagt Union-Präsident Heiner Bertram, "Dynamo tut mir nicht leid."

Trotz unterschiedlicher Voraussetzungen, in Hohenschönhausen macht man sich vor dem Derby Mut. "Die Favoritenrolle von Union ist gegeben, aber trotzdem wollen wir gewinnen", sagt Goldbach. Nach dem Unentschieden bei Carl-Zeiss Jena in der Vorwoche habe man das Zwischentief nun wohl überwunden. Noch könne man den Anschluss an das obere Tabellendrittel schnell wieder herstellen, glaubt Goldbach, der auf die verletzten Mario Kallnik und Norman Struck verzichten muss. "Mit zwei, drei Siegen stehen wir schnell wieder ganz woanders". Bei Union ist man optimistischer. "Union zu besiegen, wird schwer werden", sagt Bertram, "ich erwarte einen Sieg." Nach den guten Vorstellungen in den letzten beiden Spielen gegen Jena (4:1) und Eisenhüttenstadt (3:1) sei er optimistisch, dass man sich nun mit ein paar Erfolgen in der Tabelle absetzen könne.

Nicht ausgeschlossen, dass die beiden Kontrahenten vom Sonnabend in der kommenden Saison gleich zwei Klassen trennen, denn für den BFC wird die Qualifikation für die neue dritte Bundesliga schwer. In Köpenick wird dagegen schon von höheren Gefilden geträumt. Zur Zeit ist man damit beschäftigt, das Stadion an der Wuhlheide für die Zweite Bundesliga vorzubereiten. Schon im Frühjahr soll gearbeitet werden. Neben Umbauten, die einen höheren Sicherheitsstandard garantieren sollen, wird auch eine Flutlichtanlage installiert.

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