BFC Dynamo im DFB-Pokal : Sicher ist sicher

Durch den Sieg im Berliner Pokal-Finale ist der BFC Dynamo für die erste Runde des DFB-Pokals qualifiziert. Beim letzten Mal gab's Ausschreitungen. Diesmal sieht sich der Verein gegen mögliche Krawallmacher gerüstet.

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Alarmstufe Weinrot. Der BFC Dynamo sieht Fortschritte bei den eigenen Fans.
Alarmstufe Weinrot. Der BFC Dynamo sieht Fortschritte bei den eigenen Fans.Foto: JouLux

Die Nachwirkungen der großen Party hielten sich in Grenzen. Zumindest bei Norbert Uhlig. Der Präsident des BFC Dynamo war am Tag nach dem 1:0-Sieg im Berliner Pokalfinale gegen Lichtenberg 47 topfit. „Ich habe mich etwas früher als viele andere auf den Heimweg gemacht, und Alkohol habe ich auch keinen getrunken.“ Damit dürfte Uhlig im Vereinsheim in Hohenschönhausen einer Minderheit angehört haben. Dem Vernehmen nach wurde auf der Feier das eine oder andere alkoholhaltige Getränk gereicht. „Die Stimmung war ausgelassen, viele sind heute sicher noch heiser“, sagt Uhlig am Tag danach.

Zum Auskurieren bleibt kaum Zeit, am Sonnabend steht für die Spieler, Verantwortlichen und Betreuer die nächste Zusammenkunft an. Dann will man sich erneut im Vereinskasino versammeln und die Auslosung für die erste Runde im DFB–Pokal live im Fernsehen verfolgen. Als Sieger des Berliner Pokals hat sich der BFC für den DFB-Pokal qualifiziert. Mit etwas Glück heißt der Gegner im August dann Bayern München, Borussia Dortmund oder Hertha BSC. „Das wären unsere Wunschlose“, sagt Uhlig. Aber selbst wenn es keiner aus diesem Trio werden sollte, ist dem BFC eine Antrittsprämie von 100 000 Euro garantiert.

Kaum weniger wichtig als der finanzielle Gewinn ist die Rückkehr in den nationalen Fokus. Das überregionale Interesse am Rekordmeister der DDR hält sich unter normalen Umständen in Grenzen, der DFB-Pokal ist für Dynamo die Chance, wieder deutschlandweit auf sich aufmerksam zu machen. Und zwar positiv, wenn es nach Präsident Norbert Uhlig geht.

Vor zwei Jahren, bei der letzten Teilnahme am DFB-Pokal, wurde aus diesem Unterfangen nichts. Beim Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern (0:3) stürmten im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark hunderte Krawallmacher nach dem Schlusspfiff in den Gästeblock, es kam zu handgreiflichen Auseinandersetzungen, Verletzte und mehrere Festnahmen waren die Folge.

Solche Szenen sollen nach Uhligs Wunsch der Vergangenheit angehören. „Wir wollen noch enger mit der Polizei zusammen arbeiten und alle Bereiche so absichern, dass es nicht mehr zu Zwischenfällen kommen kann“, sagt Dynamos Präsident. Konkret will der Verein Ordner in den Blöcken postieren, die bei Verstößen gegen die Stadionordnung sofort eingreifen und die auffälligen Personen der Polizei überführen. Diejenigen Krawallmacher, die nach dem Spiel gegen Kaiserslautern identifiziert werden konnten, wurden mit Stadionverboten und Schadensersatzklagen belangt.

Laut Uhlig hat der Verein in den vergangenen beiden Jahren Fortschritte beim Thema Sicherheit gemacht. „Wir haben uns nach den Ereignissen gegen Kaiserslautern von der damaligen Sicherheitsfirma getrennt und eine neue beauftragt. Seitdem ist es zu keinen Zwischenfällen mehr gekommen.“ Auch gegen Lichtenberg war es friedlich geblieben, Dynamos Fans fielen unter den 6380 Zuschauern nicht nennenswert auf. Norbert Uhlig hofft, dass das keine Ausnahme war.

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