Biathlon : Die Besten des jungen Winters

Der Franzose Martin Fourcade und Tora Berger aus Norwegen dominieren die ersten Rennen im Biathlon Weltcup. Wir stellen sie in zwei Kurzporträts vor.

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In Schwung. Martin Fourcade ist nicht nur seinem Bruder Simon im Weltcup davongelaufen.
In Schwung. Martin Fourcade ist nicht nur seinem Bruder Simon im Weltcup davongelaufen.Foto: AFP

Im Moment seines vielleicht größten Erfolges war es vorbei mit der heilen Familie. Martin Fourcade ließ sich nach seiner Silbermedaille im Massenstart bei den Olympischen Spielen von Vancouver auf dem Siegerpodest feiern. Und nur ein paar Meter entfernt weinte sein Bruder Simon bitterlich – nicht etwa, weil er so stolz war auf das Geschwisterchen. Sondern vor Enttäuschung, vielleicht sogar Verbitterung. Auf einmal wurde ihm klar, dass Martin, der kleine Martin, an ihm vorbeigelaufen war.

Es ist schwierig, die Geschichte des Martin Fourcade zu erzählen, ohne die seines Bruders zu erwähnen. Ohne Simon Fourcade wäre Martin nicht zum Biathlon gekommen, ohne ihn hätte er kein Vorbild gehabt. Niemanden, der ihn so anspornt, noch besser zu werden. Inzwischen ist die Sache klar: Martin Fourcade ist der Mann für die ersten Plätze. Er gewann in der zurückliegenden Saison den Gesamtweltcup und hat in den ersten Rennen der jungen Saison wieder mit Abstand die konstanteste Leistung gezeigt. Längst ist er nicht mehr nur seinem vier Jahre älteren Bruder enteilt.

Kaum ein Biathlet vermag in beiden Disziplinen – Schießen und Laufen – kontinuierlich Bestleistungen abzuliefern; Martin Fourcade schon. Bei sechs Starts stand er in diesem Winter fünfmal auf dem Siegerpodest. Der ältere Bruder weint heute nicht mehr, wenn er das sieht. Simon Fourcade musste sich an das Bild des erfolgreicheren Bruders gewöhnen, und dennoch nervt es Martin Fourcade zuweilen, dass diese Geschichte trotzdem noch interessanter ist als seine herausragenden Leistungen. „Der Zweikampf mit meinem Bruder ist für viele das bestimmende Thema“, sagt er. „Das ist immer eine Story.“

Nach seinem eigenen Verständnis hat sich Martin Fourcade, der im Gegensatz zu Simon schon mal den Kasper des Feldes gibt, mehr als emanzipiert von seinem Bruder. „Jeder geht seinen Weg“, sagt Martin Fourcade. Simon sei für ihn mittlerweile ein Konkurrent wie jeder andere. Leistungssport und echte Bruderliebe vertragen sich nicht für ihn. Spätestens seit Vancouver 2010.

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