Biathlon : Henkel und Björndalen erfolgreich

Im Gelben Trikot hat Andrea Henkel den deutschen Biathletinnen den ersten Saisonsieg beschert. Olympiasieger Michael Greis musste sich in Hochfilzen nach einem Sturz nur Seriensieger Ole Einar Björndalen geschlagen geben.

Hochfilzen - Der Norweger gewann den 10-Kilometer Sprint, feierte seinen vierten Erfolg im vierten Rennen und blieb souverän an der Spitze der Gesamtwertung. Auch Andrea Henkel verteidigte ihre Weltcup-Führung. Die Großbreitenbacherin lief über 7,5 Kilometer vorneweg und verwies die Polin Magdalena Gwizdon mit einem Vorsprung von 30,6 Sekunden auf Platz zwei. Starke Dritte wurde die vom Zinnwalder Klaus Siebert trainierte Chinesin Yingchao Kong (+37,4 Sekunden) vor Kati Wilhelm (Zella-Mehlis/+48,3), die je eine Strafrunde drehen mussten.

Gute Chancen in der Verfolgung

Der dreimalige Turin-Sieger Greis verfehlte ebenfalls eine Scheibe und wurde von Björndalen auf dem extrem schweren Geläuf um 32,9 Sekunden geschlagen. Auch bei den Herren konnte sich mit Manfred Geyer ein deutscher Trainer über den dritten Rang freuen. Den schaffte der Schweizer Matthias Simmen, dessen bisher bestes Weltcup- Ergebnis ein neunter Platz war. "Ich arbeite hart, habe eine gute Form. Darum gewinne ich und genieße es", sagte Björndalen, der für die kommende Woche seinen Start beim Skilanglauf-Weltcup in La Clusaz ankündigte.

"Heute war sehr viel Krafteinsatz auf dem sulzigen Schnee notwendig, um einigermaßen ins Gleiten zu kommen", sagte Michael Greis. Auch Andreas Birnbacher (Nesselwang/7.), Michael Rösch (Altenberg/12.), Ricco Groß (Ruhpolding/13.) und Sven Fischer (Oberhof/17.) haben im Verfolgungsrennen am Samstag gute Chancen. "Ich wollte hier in Hochfilzen meinen ersten Podestplatz des Winters. So weit nach vorn sollte es noch nicht gehen", scherzte Henkel nach dem fünften Weltcupsieg ihrer Laufbahn, zu dem sie mit der zweitbesten Laufzeit aller Starterinnen gestürmt war. "Ich freue mich, dass ich als Gejagte in die Verfolgung gehen kann. Vorn ist die Spur noch nicht so tief", ergänzte sie schelmisch lächelnd zwei Tage vor ihrem 29. Geburtstag.

Schwierige Bedingungen in Hochfilzen

Weit mehr als die nur knapp 50 Kilogramm wiegende 1,58 m große Einzel-Weltmeisterin von Hochfilzen 2005 machten den hoch gewachsenen Skijägerinnen der tiefe und stumpfe Schnee zu schaffen. "Dazu kamen die Wärme und der Föhn, der mir als asthmatisch veranlagter Läuferin noch mehr Probleme beim Atmen macht. Das war heute super Betreuerwetter", bemerkte Katrin Apel (12.). "Bei den Bedingungen war das Rennen sogar auf der relativ einfachen Runde extrem schwer. Mir wurde die Strecke regelrecht zur Qual", beschrieb Kati Wilhelm die Bedingungen - und lobte die Organisatoren. "Sie haben sich unheimlich viel Mühe gegeben. Unfassbar, wie gut die Strecke trotz der hohen Temperaturen ist - auch wenn die Starterinnen mit den hohen Nummern heute praktisch chancenlos waren."

Die Tiroler Veranstalter hatten in den vergangenen zehn Tagen mit 350 Lkw-Fuhren fast 10.000 Kubikmeter Naturschnee von der Großglockner-Hochalpenstraße ins 1000 Meter hoch gelegene Hochfilzen transportiert. Der Kostenaufwand dafür wird rund 80.000 Euro betragen. "Genau können wir das erst nach dem Wochenende sagen, doch die Größenordnung stimmt in etwa. Das ist aber immer noch günstiger, als wenn wir hätten absagen müssen", erläuterte Chef-Organisator Thomas Abfalter. (Von Frank Fritz, dpa)

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