Biathlon : Neuner krönt deutschen Dreifach-Erfolg

Mit einem Dreifach-Erfolg haben die deutschen Biathletinnen die mit 19.000 Zuschauern gefüllte Oberhofer Rennsteig-Arena zum Kochen gebracht. Siegerin war die 19 Jahre alte Magdalena Neuner.

Oberhof - Bei Dauerregen stürmte die 19 Jahre alte Juniorin Magdalena Neuner vom bayerischen SC Wallgau im Sprint über 7,5 Kilometer trotz zwei Strafrunden in 24:18,4 Minuten zu ihrem ersten Weltcupsieg. Im Ziel lag sie vor der zehn Jahre älteren Andrea Henkel (Großbreitenbach), die ihre Führung im Gesamtweltcup auf nunmehr 73 Punkte ausbaute. Platz drei ging an Neuners Trainings-Partnerin Martina Glagow (Mittenwald).

Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) mit schon einer Minute Laufrückstand als Neunte und Simone Denkinger (Gosheim) als Elfte rundeten das hervorragende mannschaftliche Ergebnis mit dem ersten dreifachen Weltcup-Erfolg in Oberhof ab.

Aufstieg in den Favoritenkreis

"Ich dachte, ich fliege. Ich hatte total lockere Beine. Unglaublich, wie es heute gegangen ist. Mir fällt gar nichts ein, was ich sagen soll. Ich hatte einen Supertag", jubelte Magdalena Neuner nach ihrem Premierensieg. Eine Atmosphäre wie in Oberhof habe sie noch nie erlebt. "Ich bin echt sprachlos. Es war so laut - obwohl ich erstmals im Weltcup mit Oropax gelaufen bin. Das habe ich wegen der Ruhe beim Schießen gemacht", berichtete die fünfmalige Junioren-Weltmeisterin, die seit Jahren als das größte deutsche Biathlon-Talent gilt. Durch den Sieg muss sie nun auch ihr Saisonziel ändern. Ursprünglich wollte sie bei der Junioren-WM starten. Nun gehört sie bei den Weltmeisterschaften der "Großen" zum Kreis der Favoritinnen.

Andrea Henkel wollte in der Umkleidekabine zunächst nicht glauben, dass die Siegerin gleich zwei Strafrunden gedreht hatte. "Du Renntier", entfuhr es ihr, als sie sich trockene Sachen überzog. "Gratulation, 'Magda' hat verdient gewonnen. Mit dem zweiten Platz bin ich total zufrieden. Zu Hause das Gelbe Trikot verteidigt zu haben und auch das Rote Trikot für die Sprintwertung zu bekommen, das ist ein tolles Gefühl", freute sich die Thüringerin - und lobte die fairen Bedingungen. "Der Regen ist zwar unangenehm, aber beim Schießen nicht so hinderlich wie der Wind. Und dass die Ski auf der letzten Runde für alle etwas nachließen, ist bei solchen Bedingungen normal."

Bundestrainer ist nicht überrascht

Bereits in der Kabine gratulierte auch Martina Glagow der Siegerin. "Da kann keine mehr kommen", war sie sich sicher, obwohl da erst 15 der 93 Starterinnen im Ziel waren. "Ich habe heute bewusst konzentriert geschossen, wollte unbedingt Fehler vermeiden. Zum Glück sind die Dinger dann auch gefallen, wunderbar. Denn läuferisch bin ich noch nicht so weit", sagte Glagow.

Bundestrainer Uwe Müssiggang war nicht überrascht von Neuners Sieg. "Der musste irgendwann kommen. Läuferisch ist sie sehr stark. Und je schwerer die Strecke ist, umso mehr kann sie ihre Fähigkeiten ausspielen", sagte Müssiggang. Lob gab es auch für Neuners Heimtrainer Bernhard Kröll: "Er hat sie zu Hause in Kaltenbrunn auf einer kurzen Schneerunde prima vorbereitet." Bei ihrem Sieg war Neuner auch zu Gute gekommen, dass sie nicht das Staffelrennen in den Beinen hatte. "Auch wenn's nur sechs Kilometer sind, kostet das Rennen auf dem schweren Schnee schon Kraft", meinte der Bundestrainer. (Von Uwe Jentzsch, dpa)

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