Biathlon : Rösch bei Björndalen-Sieg bester Deutscher

Sprint-Olympiasieger Sven Fischer hat als 35. im ersten nacholympischen Biathlon-Rennen das Gelbe Trikot des Weltcup-Spitzenreiters eingebüßt. Der Sieg ging an Ole-Einar Björndalen.

Pokljuka/Slowenien - Mit dem Sieg im Sprint über 10 Kilometer im slowenischen Pokljuka schob sich der Norweger Ole Einar Björndalen mit nunmehr 504 Punkten ebenso am Oberhofer (488) vorbei wie der zweitplatzierte Raphael Poiree aus Frankreich, der mit 511 Zählern nach 19 von 26 Rennen die Weltcupführung übernahm.- «Mein Körper war heute leer, die Beine vom ersten Schritt an schwer», kommentierte Fischer lapidar.

Björndalen stürmte mit Wut im Bauch zum 58. Weltcuperfolg seiner Laufbahn. «Allerdings nicht wegen der Olympia-Rennen, bei denen es nicht zu hundert Prozent geklappt hat. Die sind abgehakt», sagte der Norweger. Geärgert hätten ihn vielmehr die zwei Strafrunden beim Liegendschießen, erklärte Björndalen, der nun die zwei Ruhetage bis zum Verfolgungsrennen am Samstag nutzen will, um «Einladungen für meine Hochzeit am 27. Mai zu schreiben». Im Ziel hatte der 32-Jährige 12,3 Sekunden Vorsprung vor Poiree und 24,2 vor dem Schweden Carl Johan Bergman, die jeweils eine Scheibe verfehlten.

Bestplatzierter der sieben deutschen Starter war Michael Rösch (Altenberg) als Neunter mit zwei Strafrunden und 55,5 Sekunden Rückstand vor Andreas Birnbacher (Schleching/+56,4) auf Position zehn. Im von Bundestrainer Frank Ullrich vorgegeben Limit blieben auch noch Alexander Wolf (Oberhof/+57,5) als 12. und Ricco Groß (Ruhpolding/+1:01,7 Minuten) auf Rang 13. «Nach den vielen Strapazen und Empfängen nach Olympia ist das Ergebnis mit Vier unter den ersten 15 okay», sagte Ullrich und schmunzelte dabei.

«Im Verfolger am Samstag sind noch Verbesserungen möglich, vielleicht sogar bis aufs Podest», ergänzte er und lobte gänzlich zufrieden vor allem die Jungen. «Beide Youngster haben das erreicht, was ich erhofft hatte. Man merkte heute aber, dass sich einige für Olympia rächen wollen, wo wir ja richtig abgeräumt haben», stellte der Bundestrainer fest.

Nicht so gelöst wie Ullrich fühlte sich der dreimalige Olympiasieger Michael Greis. «Ich war heute vom ersten Meter an richtig träge und lahm. Da war nicht mehr drin», bewerte der neue und einzige Ehrenbürger seines Heimatortes Nesselwang den 20. Platz und kündigte an, sich nach dem Feierstress der vergangenen Tage erst Mal richtig ausschlafen zu wollen. «Die vielen Termine haben schon geschlaucht, obwohl ich noch nicht richtig zum Feiern mit der Familie gekommen bin», ergänzte Sven Fischer. «Vielleicht sind die vielen Termine die Kehrseite der Medaille. Doch wir wollen nicht meckern. Das war alles zwar stressig, aber auch sehr, sehr schön», sagte der Thüringer. (Von Frank Fritz, dpa)

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