Biathlon : Werbung in eigener Sache

Festtage für das deutsche Biathlon: Michael Greis siegt zweimal und Ruhpolding will die WM 2012 ausrichten.

Greis
Die dominierenden Farben. Michael Greis war am Wochenende in Ruhpolding nicht zu stoppen. -Foto: ddp

Ruhpolding - Bisher war die Saison für Michael Greis recht unbefriedigend verlaufen. Bei seinem Heimrennen meldete sich der dreimalige Olympiasieger Michael Greis mit dem klaren Sprinterfolg über zehn Kilometer sowie dem ungefährdeten Start-Ziel-Sieg im 12,5 km langen Verfolgungsrennen in der Weltspitze zurück. Der in Ruhpolding wohnende Allgäuer aus Nesselwang verwies vier Wochen vor der WM in Östersund den Russen Maxim Tschudow um 28,2 Sekunden und den Norweger Emil Hegle Svendsen (+ 53,9) auf die weiteren Plätze. Zum erfolgreichsten deutschen Wochenende seit der letztjährigen WM trug auch Platz zwei der neuen Weltcup-Spitzenreiterin Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) im abschließenden Verfolgungsrennen bei.

Mit diesen Spitzenresultaten, aber auch dem insgesamt sehr guten Abschneiden als Team, sorgte die Deutschen für beste Werbung in eigener Sache. So herrschte auch Hochstimmung, als Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Skiverbandes, vor den 23 000 Besuchern des Weltcups die Bewerbungsunterlagen für die Biathlon-WM 2012 an den norwegischen Präsidenten der Internationalen Biathlon-Union, Anders Besseberg, übergab. Vor allem aber freute sich Michael Greis über seine Weltcupsiege Nummer acht und neun, den ersten Weltcup-Doppelerfolg seiner Laufbahn. „So etwas wollte ich bereits im Dezember. Das gibt Selbstvertrauen und Sicherheit, macht Mut für die weitere WM-Vorbereitung. Die Titelkämpfe beginnen ja mit Sprint und Verfolger. Deshalb werde ich Ruhpolding im Kopf haben“, sagte Greis.

Der Weltcup-Gesamtsieger des vergangenen Winters hatte nach dem Sprintsieg am Samstag fast bis zum Mittag geschlafen, war aber dann hellwach, brachte 29 der 30 Wettkampfschüsse ins Ziel und festigte im Gesamtweltcup Rang vier. Deshalb griff er auch entgegen seiner Vorsätze beim Zieleinlauf zu einer Fahne. „Das sollte man nur bei ganz großen Ereignissen machen. Und dann habe ich mir gedacht: Heute ist so ein Tag. Es gibt nichts Schöneres, als ganz langsam mit der Fahne ins Ziel zu laufen und den Sieg zu genießen“, erzählte der 31-Jährige. Bundestrainer Frank Ullrich lobte seinen Besten in höchsten Tönen. „Das war eine bravouröse Leistung. Er hat konsequent den Zug nach vorn aufgenommen. So stelle ich mir die Rennen vor“, sagte Ullrich, der auch mit seinen anderen Männern zufrieden war. „Mannschaftlich war das an beiden Tagen prima, auch wenn wir noch Reserven haben“, bemerkte er mit Blick auf einige „unnötige Schießfehler“.

Zuvor musste die Sprint-Vierte Kati Wilhelm mit zwei Strafrunden im zehn Kilometer langen Jagdrennen der makellos schießenden norwegischen Siegerin Solveig Rognstad um 12,6 Sekunden den Vortritt lassen. „Ein Podestplatz war mein Ziel für das Wochenende. Prima, dass ich jetzt auch das Gelbe Trikot habe. Darüber freue ich mich riesig – ebenso wie über mein Rennen“, jubelte Kati Wilhelm. „Jetzt will ich es auch verteidigen. Vielleicht klappt’s ja noch vor der WM mit dem ersten Saisonsieg“, kündigte sie für das kommende Wochenende in Antholz an. dpa

» Mehr lesen? Jetzt gratis Tagesspiegel testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben