Biathlon : Wilhelm und Greis erobern Weltcupführung

Die Biathleten Kati Wilhelm und Michael Greis gehen mit der Weltcup-Führung im Rücken in die WM.

Pokljuka/Slowenien - Kati Wilhelm ist zwölf Tage vor Beginn der Biathlon-Weltmeisterschaften durch einen zweiten Platz beim Massenstart in Pokljuka ins Gelbe Trikot der Weltcup-Spitzenreiterin und in die Rolle der WM-Favoritin gestürmt. Als Weltcup-Führender wird auch Michael Greis zur WM nach Antholz reisen. Der von Rückenschmerzen geplagte dreimalige Olympiasieger kam in Abwesenheit des WM-Favoriten und bislang führenden Norwegers Ole Einar Björndalen über die Ränge 15 in der Verfolgung und 20 beim Massenstart aber nicht hinaus. "Gelb habe ich endlich wieder. Doch jetzt muss ich mich erholen, um bei der WM auch ums Podium kämpfen zu können", stellte der ausgelaugt wirkende Allgäuer fest.

Wilhelm imponierte beim Massenstart über 12,5 Kilometer mit einer tollen Aufholjagd und ließ am Ende nur der fehlerfrei schießenden Ukrainerin Oksana Khvostenko um 13,4 Sekunden den Vortritt. Wilhelm, die zuvor auf dem Pokljuka-Hochplateau bereits die Verfolgung gewonnen hatte und Dritte im Sprint geworden war, schaffte die zweitschnellste Laufzeit des Tages, musste aber drei Mal in die Strafrunde.

Österreicher Sumann schafft Doppelsieg

Überragender Doppelsieger des Wochenendes war der Österreicher Christoph Sumann, der am Samstag mit nur einem Fehlschuss die 12,5 km lange Verfolgung und 24 Stunden später fehlerfrei auch den Massenstart über 15 km gewann. "Die zwei Siege unmittelbar nach meinem 31. Geburtstag waren wie Weihnachten, Ostern und Pfingsten an einem Tag", meinte Sumann. Als Zweiter lief Sprint-Gewinner Alexander Wolf aus Oberhof aufs Podest. Das schaffte tags darauf auch Andreas Birnbacher aus Schleching als Dritter unmittelbar vor dem Altenberger Michael Rösch, der als einziger Deutscher alle 20 Scheiben traf. "Jetzt muss ich mich erst mal zwei, drei Tage flach legen, ehe es ins WM-Trainingslager geht", bemerkte Birnbacher.

"Von unseren beiden Jüngsten bin ich begeistert", sagte Bundestrainer Frank Ullrich. "Doch auch Ali Wolf hat als Elfter nicht enttäuscht, denn seine zwei Stehend-Fehler waren hauchdünn daneben. Bei solchen Schüssen sind Scheiben auch schon gekippt."

Wilhelm: Gelbes Trikot stärkt mein Selbstbewusstsein

"Ende gut, fast alles gut", meinte Kati Wilhelm, die erst bei der Siegerehrung realisierte, dass sie der am Sonntag auf Platz sechs eingekommenen Schwedin Anna Carin Olofsson das Gelbe Trikot mit drei Punkten Vorsprung (506:503) abgenommen hatte. "Das war nicht unbedingt mein Ziel, doch wenn man es kriegen kann, nimmt man es gern. Zudem stärkt die Weltcupführung das Selbstvertrauen vor der WM", sagte das "Rotkäppchen". Auf ihren Lieblingsloipen in Antholz hat sie mit drei Siegen so viele gefeiert wie in keinem anderen Ort.

Das Rennen am Sonntag hatte nicht nach den Vorstellungen von Wilhelm begonnen, die sogar über einen Startverzicht im Interesse der WM-Vorbereitung nachgedacht hatte. Zuerst fädelte sie bei der auf der Startgeraden gestürzten Andrea Henkel ein, danach musste sie wegen eines weiteren Sturzes erneut stehen bleiben. "Toll, ob das wirklich notwendig war und noch was wird", seien ihr Zweifel durch den Kopf geschossen, zumal sie beim ersten Schießen zwei Scheiben verfehlt hatte. Als 26. unter 29 Starterinnen ging sie auf die zweite der fünf Runden zu je 2,5 Kilometer. Doch dann kämpfte sie sich kontinuierlich nach vorn. Lediglich ein Fehler beim ersten Stehendschießen verhinderte Wilhelms zweiten Saisonsieg. (tso/dpa)

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