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Biathlon-WM : Deutsche Mixed-Staffel holt Gold

Zum Auftakt der Biathlon-WM in Hochfilzen dürfen sich die deutschen Frauen und Männer gleich über den ersten Titel freuen. der Franzose Martin Fourcade setzte ein Zeichen im Kampf gegen Doping.

Laura Dahlmeier zeigte einmal mehr ein starkes Rennen.
Laura Dahlmeier zeigte einmal mehr ein starkes Rennen.Foto: Reuters

Nach ihrem Sturmlauf zu Gold bei der Biathlon-Weltmeisterschaft genossen Vanessa Hinz, Laura Dahlmeier, Arnd Peiffer und Simon Schempp die Ovationen der Fans in vollen Zügen. Ganz oben auf dem Podest sah das vor Glück strahlende deutsche Mixed-Quartett zu, wie wenig später Martin Fourcade ein Zeichen im Kampf gegen Doping setzte. Der mit seinen Franzosen auf Rang zwei gelaufene Biathlon-Superstar verschwand mit einem Blumenstrauß in der Hand von der Zeremonie im Stadion. Für die drittplatzierten Russen hatte er nur höhnischen Applaus übrig.

Doch die Glücksgefühle der Deutschen nach ihrem perfekten WM-Auftakt konnte das nicht schmälern. „Das ist für uns alle eine unglaublicher Tag. Wir sind Weltmeister, Hammer“, jubelte Weltcup-Spitzenreiterin Laura Dahlmeier am Donnerstag und Schlussläufer Simon Schempp sagte nach dem Traumstart mit der Mixed-Staffel einem breiten Grinsen: „Besser geht's nicht. Der Anfang ist gemacht. Wir sind sehr, sehr glücklich.“

Mit dem ersten Titel in der Mixed-Staffel seit sieben Jahren und dem dritten insgesamt nährten die deutschen Biathleten Hoffnung auf medaillenträchtige Titelkämpfe. „Das gibt Selbstvertrauen für das ganze Team für die weitere WM. Es war der perfekte Einstand“, sagte der bärenstark agierende Peiffer, der schon 2010 beim letzten Gold mit Schempp dabei war.

Wortgefecht zwischen Schipulin und Fourcade

Überschattet von der Hausdurchsuchung tags zuvor im Teamhotel der dopingverdächtigen Kasachen kam es zu unschönen Szenen. Der russische Dopingsünder Alexander Loginow, dessen zweijährige Sperre erst im Dezember ausgelaufen war, und sein Teamkollege Anton Schipulin verweigerten Frankreichs Star Fourcade den Handschlag. Anschließend mussten sich die Russen Pfiffe der Fans gefallen lassen.

Bei der Pressekonferenz kritisierte der ansonsten eher zurückhaltende Schipulin den Franzosen scharf. Beide lieferten sich ein Wortgefecht. Die deutschen Sieger saßen etwas bedröppelt dazwischen. „Wenn immer von der Biathlon-Familie die Rede ist, ich glaube eine Familie sind wir nicht. Und man darf sich auch durchaus kritisieren, aber nicht alle sind für Kritik offen und dann passiert sowas“, kommentierte Peiffer die Szenerie: „Schade, aber ich hoffe, dass sich in Zukunft wieder mehr auf das Sportliche konzentriert wird.“

Und das Sportliche war am Auftakt-Donnerstag überragend. Hinz legte mit einem couragierten Auftritt den ersten von vier Grundsteinen für den Erfolg. „Es fühlt sich einfach toll an“, sagte die 24-Jährige nach ihrem ersten WM-Gold. Mit einem Rückstand von 9,8 Sekunden übergab Hinz als Sechste an Dahlmeier.

Die Weltcup-Spitzenreiterin zeigte mit vier Nachladern ungewohnte Schwächen am Schießstand, war aber in der Loipe bärenstark und somit trotzdem als Erste beim Wechsel. „Läuferische war es gut, aber vier Nachlader sind zuviel“, sagte Dahlmeier. Sie und Hinz wollen nun wie auch Maren Hammerschmidt, Nadine Horchler und Franziska Hildebrand am Freitag im Sprint wieder angreifen. „Ich versuche, den Rückenwind mitzunehmen und weiß, dass ich auch in allen anderen Rennen vorne angreifen kann“, sagte Dahlmeier.

Peiffer glänzte mit zwei blitzschnellen und fehlerfreien Schießeinlagen. „Ich bin total froh, dass es so gut geklappt hat“, sagte er und schickte Schempp als Führenden in die Loipe. Und der Uhinger behielt mit nur einem Nachlader die Nerven, retteten den Vorsprung von 2,2 Sekunden vor Frankreich und Russland (3,2) ins Ziel.

Doping-Razzia beim kasachischen Team

Elfter wurden die Kasachen. In ihrem Mannschaftshotel hatte die österreichische Bundespolizei am Tag vor dem ersten WM-Rennen eine Doping-Razzia durchgeführt. Im Januar hatte eine Privatperson beobachtet, wie die Insassen von mehreren Kleinbussen an einer Tankstelle in Osttirol einen größeren Karton entsorgten. „Im Karton befand sich eine beträchtliche Menge an gebrauchtem medizinischen Einwegmaterial, wie Einwegspritzen, Infusionen und Ampullen sowie handschriftliche Aufzeichnungen, die auf einen Dopingvorgang schließen ließen“, teilte die Polizei mit. (dpa)

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