Biathlon-WM : Dreifach-Erfolg für Biathletinnen

Die deutschen Damen haben im Massenstart-Rennen über 12,5 Kilometer spektakulär drei Medaillen geholt - und damit ein Stück WM-Geschichte geschrieben.

Antholz - Andrea Henkel aus Großbreitenbach siegte nach einem spannenden Rennen in 37:13,1 Minuten. Knapp hinter ihr lagen Martina Glagow (Mittenwald) und Kati Wilhelm (Zella-Mehlis). Für den Deutschen Ski-Verband (DSV) waren dies die WM-Medaillen sechs bis acht. Andrea Henkel leistete sich zwei Schießfehler und hatte im Ziel 4,6 Sekunden Vorsprung vor Martina Glagow, die eine Scheibe verfehlt hatte. Olympiasiegerin Kati Wilhelm komplettierte den Triumph trotz zweier Schießfehler. Sie wurde mit 10,6 Sekunden Rückstand Dritte. Doppelweltmeisterin Magdalena Neuner hatte sieben Fehlschüsse und wurde mit 1:39,4 Minuten Rückstand auf die Siegerin Vierzehnte.

"Als 'Molli' kurz vor dem höchsten Punkt der Strecke an mir vorbei stürmte, war ich ziemlich platt. Ich bin nach dem fehlerfreien letzten Schießen wohl zu schnell gelaufen", erklärte Andrea Henkel. Auf der Wiese habe sie sich aber wieder erholen und ihre Freundin angreifen können. "Dem Konter hatte ich nichts mehr entgegen zu setzen. Da merkte man, dass mir nach der zweiwöchigen Krankheitspause doch noch fünf Prozent zur Bestform fehlen. Nach dem brutalen Programm hier sind alle kaputt."

Einschwören auf den Titel

Kati Wilhelm lag sich lange mit dem Siegerduo in den Armen. "Ich bin total erleichtert. Eine Einzelmedaille wollte ich. Jetzt habe ich sie." Vor den letzten 2,5 Kilometern sei sie noch skeptisch gewesen. "Oh Gott", habe sie gedacht. "Wie in den Vortagen wieder ein gutes Ergebnis, aber nicht das erhoffte", berichtete sie - und dachte schon an die Staffel am Sonntag. "Favoritinnen waren wir schon oft. Doch geklappt hat es seit 1999 nicht mit einem WM-Titel. Darauf werden wir uns heute Abend einschwören."

Die deutsche Herren-Staffel hatte sich vor dem Damen-Erfolg den dritten Platz über vier mal 7,5 Kilometer gesichert. Der Ruhpoldinger Ricco Groß und Michael Rösch aus Altenberg, die beide jeweils eine Strafrunde nach dem Stehendschießen drehen mussten, sowie Sven Fischer (Oberhof) und Michael Greis (Nesselwang) lagen im Ziel 1:32,5 Minuten zurück. Überlegener Sieger wurde dank einer herausragenden Schießleistung die russische Staffel, die nur eine Reservepatrone benötigte. Auf Platz zwei lief Titelverteidiger Norwegen. (tso/dpa)

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