Biathlon-WM in Oslo : Hungrig am Holmenkollen

Die deutschen Biathleten haben sich für die WM in Oslo viel vorgenommen. Am Donnerstag steht mit der Mixed-Staffel die erste Entscheidung an.

Schanze als Kulisse. Arnd Peiffer und die anderen Biathleten werden in Oslo laufen und schießen – springen gehört nicht zu ihrem Sport.
Schanze als Kulisse. Arnd Peiffer und die anderen Biathleten werden in Oslo laufen und schießen – springen gehört nicht zu ihrem...Foto: dpa/Kallestad

Im leichten Schneetreiben testeten Franziska Preuß, Franziska Hildebrand, Arnd Peiffer und Simon Schempp noch einmal den Schießstand am legendären Holmenkollen. Am Donnerstag will das Quartett den Durchblick haben und gleich zum Auftakt der Biathlon-WM in Oslo in der Mixed-Staffel die erste Medaille einfahren. „Das Podest ist ganz klar unser Ziel, muss unser Anspruch sein“, sagte Männer-Bundestrainer Mark Kirchner am Mittwoch. Auch sein Kollege Gerald Hönig ist mit Blick auf den WM-Auftakt am Donnerstag (15.30 Uhr/ARD und Eurosport) zuversichtlich, wollte aber genau wie Kirchner nicht gleich von Gold reden: „Wir haben ein starkes Team und hoffen auf eine Medaille.“

Anders als im Jahr zuvor, als eine deutsche „B-Auswahl“ Sechste wurde und es anschließend Kritik an der Aufstellung gab, setzen die Trainer diesmal auf ihre Besten. Wie auch die Franzosen um Superstar Martin Fourcade oder die Norweger. Der Start Peiffers drei Wochen nach seinem schweren Sturz, als er sich eine Gehirnerschütterung und Prellungen zuzog, ist hingegen eine kleine Überraschung. „Ich bin froh, dass ich hier dabei bin“, sagte der Staffel-Weltmeister. Auch Kirchner vertraut dem 28-Jährigen voll und ganz: „Wenn er nicht 100 Prozent einsatzfähig wäre, würde er nicht an den Start gehen.“ Ein gutes Omen könnte sein, dass die Deutschen in der WM-Besetzung die letzte Mixed-Staffel beim Weltcup in Canmore gewannen.

Nach zwölf Saisonsiegen und insgesamt 31 Podestplätzen gehen die deutschen Biathleten offensiv mit der Erwartungshaltung um. Kirchner rief zwei Einzel- und eine Staffelmedaille als WM-Ziel aus: „Nach der guten Saison wollen wir unsere Zielstellung nicht niedriger schrauben.“ Auch Hönig will sich nicht mit Mittelmaß zufriedengeben. „Wir streben annähernd die Ergebnissen vom letzten Jahr an. Ich wäre aber auch mit einer Einzel- und einer Staffelmedaille zufrieden.“

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Dass die Deutschen an den Erfolg der vergangenen WM mit dreimal Gold durch beide Staffeln und Erik Lesser in der Verfolgung sowie zweimal Silber von Laura Dahlmeier (Verfolgung) sowie Franziska Preuß (Massenstart) anknüpfen können, glauben nicht nur Ex-Stars wie Magdalena Neuner und Kati Wilhelm. Sie trauen dem DSV-Team gar acht Medaillen zu, stufen Schempp und Laura Dahlmeier besonders hoch ein.

Der Schwabe ist kampfeslustig. „Ich fliege nicht da rüber, um nur dabei zu sein“, sagt Deutschlands Titelkandidat Nummer eins, der sich für die insgesamt elf Entscheidungen während der WM bis zum 13. März gerüstet sieht: „Die Zeit für eine Einzelmedaille ist reif.“

Auch von Dahlmeier müsse man nach ihren vier Saisonsiegen fast schon einen Titel erwarten, sagte Neuner. Voraussetzung für Erfolge sei aber, dass alle gesund sind. Und das ist, wie des Öfteren in dieser Saison, auch kurz vor dem Saisonhöhepunkt ein Problem. Dahlmeier reist wegen eines leichten Mageninfekts erst später nach Oslo. „Mein großer Traum wäre es, wenn ich mit einer Medaille nach Hause fahren könnte“, sagte die Staffel-Weltmeisterin.

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Im Schatten von Schempp und Dahlmeier könnte auch Lesser wieder für einen Coup sorgen, genauso wie die zweimalige Saisonsiegerin Franziska Hildebrand: „Ich will eine Einzel- und Staffelmedaille.“ Benedikt Doll stand in dieser Saison ebenso schon im Weltcup auf dem Treppchen wie Peiffer.

Als Favorit geht Martin Fourcade in die WM. „Ich will einer derjenigen sein, der als Sieger zum König darf“, sagte der Franzose, der wie die Norweger um Tarjei und Johannes Thingnes Bö sowie Rekord-Weltmeister Ole Einar Björndalen genauso zu den Favoriten gehört wie der Russe Anton Schipulin. Bei den Frauen sind es vor allem die Tschechin Gabriela Soukalova und Dorothea Wierer aus Italien. (dpa)

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