Biathlon-WM : US-Amerikaner Bailey holt sensationell Gold im Einzel

Damit war nicht zu rechnen. Der US-Amerikaner Lowell Bailey bleibt über 20 Kilometer fehlerfrei und wird Weltmeister. Für Erik Lesser hat das bittere Folgen.

So sieht er aus. Überraschungsweltmeister Lowell Bailey.
So sieht er aus. Überraschungsweltmeister Lowell Bailey.Foto: Reuters

Zwei Biathlon-Oldies haben dem großen Martin Fourcade ein Schnippchen geschlagen und Erik Lesser die Medaille vor der Nase weggeschnappt. Der 35 Jahre alte Amerikaner Lowell Bailey und der 32 Jahre alte Tscheche Ondrej Moravec sorgten am Donnerstag mit Gold und Silber im Biathlon-Klassiker für die große Überraschung in Hochfilzen. „Es ist unglaublich. Es ist ein perfekter Tag, der beste Tag meiner Karriere“, sagte der erste Biathlon-Weltmeister aus den USA. Erik Lesser, der lange auf dem Bronze-Rang lag, wurde am Ende eines dramatischen Einzelrennens Vierter.

Der Thüringer lag nach den 20 Kilometern 10,8 Sekunden hinter Fourcade, richtig enttäuscht war er trotzdem nicht. „Nachdem ich nach dem Sprint und der Verfolgung am Boden zerstört war und an mir gezweifelt habe, kann ich heute absolut zufrieden ins Bett gehen“, sagt der ehemalige Verfolgungsweltmeister in der ARD.

Simon Schempp dagegen muss weiter auf seine erste WM-Einzel-Medaille warten. Schon beim ersten Schießen kassierte der Uhinger zwei Strafminuten, da war das Rennen für den in den Teamwettbewerben so überragenden deutschen Staffel-Schlussläufer praktisch schon gelaufen. „Es war wieder ein ordentliches Ergebnis. Nach den zwei Fehlern habe ich versucht, das Beste draus zu machen“, sagte Schempp.

Bailey ist der erste Biathlon-Weltmeister aus den USA

Besser machte es Lesser, auch wenn es nach einer Strafminute nicht ganz zur Medaille reichte. Sprint-Weltmeister Benedikt Doll kam nach drei Schießfehlern auf Rang 19, Ex-Champion Arnd Peiffer erwischte als 34. (vier Strafminuten) einen gebrauchten Tag. Bis zur Männer-Staffel am Samstag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) wird Bundestrainer Mark Kirchner schon das richtige Rezept finden.

Dagegen ist die deutsche Damen-Staffel um die fünfmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier nach drei Siegen in drei Saison-Rennen am Freitag Topfavorit. „Mir geht es soweit wieder gut. Bis morgen bin ich wieder fit und einsatzfähig“, sagte die 23-jährige Dahlmeier am Tag nach ihrem Schwächeanfall. Die Partenkirchnerin hat am Freitag (14.45 Uhr/ARD und Eurosport) mit dem Frauen-Team die Chance, sich einen einmaligen Biathlon-Rekord zu sichern. Zehn WM-Medaillen in Serie hat noch nie eine Skijägerin gewonnen.

Im Männer-Einzel patzte Fourcade, der Titelverteidiger und Olympiasieger, gleich zweimal am Schießstand - eigentlich eine gute Chance, den Topfavoriten zu schlagen. Doch nur die Oldies aus den USA und Tschechien konnten die Gelegenheit dank ihres fehlerfreien Auftritts am Schießstand nutzen. „Ich gönne es ihm, er war schon zu Hause auf seiner Bison-Farm und jetzt wird er Weltmeister“, sagte Lesser über den ersten Biathlon-Weltmeister aus den USA. (dpa)

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