Sport : Bidde net Loddar

Stefan Hermanns

über das Interesse des 1. FC Nürnberg an Matthäus Der Franke an sich ist ein sehr bodenständiger Mensch. Einer, der seine Scholle liebt, was sich schon darin äußert, dass der Franke für den benachbarten Stamm der Bayern nur wenig Zuneigung entwickelt. Es gibt natürlich Ausnahmen wie den Niederbayern Klaus Augenthaler, der einst den 1. FC Nürnberg trainiert hat. Die Kriterien für Zuneigung oder Ablehnung sind also ziemlich subjektiv, wie auch das Beispiel Lothar Matthäus zeigt. Von Geburt und Sprache her echter Franke, hat er sich bei seinen Landsleuten durch jahrelange Tätigkeit für den verhassten FC Bayern auf ewig diskreditiert. „Bidde net Loddar“, flehen die Fans des FCN, für dessen Trainerposten Matthäus nun wohl ernsthaft im Gespräch ist.

Derartige Reaktionen sind nicht neu. So ähnlich ist es Matthäus auch ergangen, als er bei Eintracht Frankfurt im Gespräch war, und vermutlich verstärkt die allgemeine Ablehnung, die ihm widerfährt, nur seine Sehnsucht nach der Bundesliga. Zuletzt ist jedenfalls der Eindruck entstanden, dass Matthäus prophylaktisch schon einmal sein Interesse an allen frei werdenden Trainerposten in Deutschland bis zum Jahr 2032 bekundet hat. Wo immer er bisher Trainer war, hat Matthäus den Anschein erweckt, dass es sich für ihn nur um einen Zwischenhalt auf dem Weg zu Höherem handle. Diese Haltung rechtfertigt die schlimmsten Befürchtungen der Nürnberger Fans. Mal angenommen, Matthäus würde tatsächlich Trainer ihres Klubs, zwei Wochen später aber würde Ralf Rangnick in Schalke entlassen: Was würde Lothar Matthäus in diesem Fall wohl nicht ausschließen?

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