Sport : Bierduschen für Matthäus, bitte!

Ingo Schmidt-Tychsen

In zwei Wochen geht es wieder los mit den Leckerbissen. Hannover gegen Nürnberg. In voller Länge. Dann noch einmal die Highlights des mutmaßlichen 0:0 in der Sportschau, im Sportstudio – und natürlich die Analyse am DSF-Stammtisch. Am Montag kann dann endlich einmal in Ruhe Zweite Liga geguckt werden, ohne ständig auf die Bundesliga zappen zu müssen. Dienstag Europa League, Mittwoch und Donnerstag spielen die Champions – und schon ist wieder Bundesliga- Freitag. Diese Dauerschleife ist nicht neu und das Angebot orientiert sich an der Nachfrage, nur wird die Verschnaufpause von Jahr zu Jahr kürzer. In dieser Saison ruht der Ball im Winter nur dreieinhalb Wochen. Viel Zeit ist das nicht, um neue Lust auf Fußball zu bekommen.

Vor ein paar Jahren hatte die Winterpause noch ganz andere, angenehme Effekte. In den zwei Monaten, die Zeit blieb, war der Hallenfußball mehr als eine Ersatzdroge: Bruno Labbadias Hackentricks, spektakuläre Tore über die Bande, Lothar Matthäus wird in der ausverkauften Deutschlandhalle mit Bierduschen begrüßt, all das war eine lustige Abwechslung zum Bundesligaalltag.

Heute treten die Topteams in der Halle nur mit Reservisten an. Das ist schade, aber wegen des Termindrucks verständlich. Die Profis müssen regenerieren. Eine längere Winterpause zum Durchatmen für die Fans und auch zugunsten des Hallenfußballs wäre wünschenswert. Ein paar Hackentricks über Bande sind allemal ästhetischer als ein Europa-League-Kracher Hertha gegen Ventspils.

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