Sport : Bigger Points

-

Stefan Hermanns über die vergebene

Chance von Hertha BSC

Die Fußballbranche neigt dazu, sich gelegentlich ein wenig aufzuplustern. Wichtige Spiele sind nicht einfach wichtige Spiele, in ihnen geht es immer um die so genannten Big Points. Big Points muss man holen, vor allem wenn die Punktausbeute bisher ziemlich small war so wie bei Hertha BSC und wenn man auf einen Gegner trifft, der ein ähnliches Problem hat. Herthas Spiel bei Bayer Leverkusen war also keines, in der es Big Points gab, weil Leverkusen in der Tabelle ziemlich weit oben steht und von Hertha daher ohnehin nicht viel zu erwarten war.

Nach dem Spiel sah das anders aus. Wenn man die erste halbe Stunde zum Maßstab nimmt, hätte Hertha in Leverkusen nicht nur gewinnen können, sondern sogar gewinnen müssen. Und ein Erfolg, den niemand erwartet, wäre gewissermaßen ein Bigger Point gewesen, einer, der Schwung und Zuversicht hätte bringen können – all das, was den Berlinern im Moment fehlt. Dass die Begegnung dann doch wieder mit einem standesgemäßen 1:4 endete, ist ein umso schlimmerer Schlag für die ohnehin Geschlagenen.

Selbst das eigentlich Normale wird für Hertha im Moment zur bitteren Prüfung, und angesichts des allgemeinen Seelenzustands der Mannschaft wirkt der Optimismus inzwischen ein wenig aufgesetzt. Positiv ist, dass der Abstand auf den Nichtabstiegsplatz immer noch überschaubar ist, negativ, dass die Konkurrenten nicht immer in Herthas Sinne spielen. 1860 München zum Beispiel schien der Zweiten Liga ungebremst entgegenzustürzen und hat den Fall mit einem Sieg in Frankfurt gestoppt. Klarer Fall von Big Points.

0 Kommentare

Neuester Kommentar