Bilanzfälschung : 35.000 Euro Geldbuße für Assauer

Wegen "unrichtiger Darstellung von Bilanzen" beim Verkauf des Parkstadions müssen Ex-Schalke-Manager Assauer und der Geschäftsführer der "Königsblauen", Peters, insgesamt Geldbußen in Höhe von 60.000 Euro bezahlen.

Essen/Gelsenkirchen - In beiden Fällen ging es um den Verdacht der Bilanzfälschung. Gegen Assauer wurde eine Buße von 35.000 Euro ausgesprochen, Peters wurde eine Geldstrafe von 25.000 Euro auferlegt. Das teilte die Staatsanwaltschaft Essen mit. Von einer Anklageerhebung werde abgesehen. Sollten die Beschuldigten die Auflagen erfüllen, werde das Verfahren endgültig eingestellt.

Gegen Assauer und Peters in ihrer Funktion als Geschäftsführer der Schalke Parkstadion-Verwaltungsgesellschaft mbH & Co. KG hatte sich "ein hinreichender Tatverdacht wegen unrichtiger Darstellung von Bilanzen" ergeben, teilte die Strafverfolgungsbehörde weiter mit. Assauer war im Mai 2006 bei den Schalkern von allen Ämtern zurückgetreten.

"Reiner Formalverstoß ohne Außenwirkung"

Die auf dem Grundstück des Parkstadions stehende Tribüne wurde mit einem Wert von rund 6,6 Millionen Euro zu einem Zeitpunkt in die Bilanz der Gesellschaft aufgenommen, als bereits der Gebäudeabriss begonnen hatte. Es habe sich jedoch in Bezug auf die GmbH & Co. KG um einen "reinen Formalverstoß ohne Außenwirkung" gehandelt, heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft weiter. Soweit diese Werte im Jahresabschluss des Vereins FC Schalke 04 bilanziert wurden, unterfalle dies keiner Strafvorschrift.

Verdacht der Steuerhinterziehung nicht bestätigt

Die Staatsanwaltschaft Essen hatte wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und der unrichtigen Darstellung von Bilanzen ermittelt. Der Verdacht der Steuerhinterziehung konnte durch die Ermittlungen nicht erhärtet werden, so dass dieses Verfahren "mangels hinreichenden Tatverdachts" einzustellen gewesen sein.

Die Stadt Gelsenkirchen hatte das Grundstück, das mit einer Million Euro bewertet wurde, 2003 für einen Euro an den Verein verkauft. In der Schalke-Bilanz schlug das Gelände später mit 15,6 Millionen Euro zu Buche. Die Ermittlungen gegen den Schalke-Finanzvorstand wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und gegen zwei ehemalige leitende Vertreter der Stadt wegen Verdachts der Untreue und der Beihilfe zur Steuerhinterziehung seien eingestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Es bestand der Verdacht, dass Schalke den Wert des Grundstücks in der Bilanz zu hoch angesetzt haben könnte. Die Vereinsführung hatte seinerzeit alle Vorwürfe zurückgewiesen. Die Stadt stand im Verdacht, das Grundstück unter Wert abgegeben zu haben. Sie hatte den Verkauf für den symbolischen Preis damit begründet, dass die Kosten für eine Umnutzung des Geländes zu hoch gewesen wären. (tso/dpa)

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