Sport : Bildungslücke schließen

IOC-Präsident Jacques Rogge will im April Leipzig besuchen

Friedhard Teuffel

Frankfurt (Main). Gestern hat Jacques Rogge den Flug für eine Studienreise gebucht. Er möchte eine Bildungslücke schließen, und deshalb besucht der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) vom 19. bis zum 20. April Leipzig. „Ich war noch nie da, obwohl ich schon in der Zeit der DDR dorthin fahren wollte“, sagte Rogge. Es wird eine geschichtliche Bildungsreise, aber vor allem eine sportpolitische. Aus erster Hand will sich der IOC-Präsident über die Leipziger Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2012 informieren.

Seine Reisepläne hat Rogge vor einem Abendessen in Frankfurt am Main verkündet, das anlässlich des 75. Geburtstags von Walther Tröger, Ehrenpräsident des Nationalen Olympischen Komitees für Deutschland, veranstaltet wurde. Rogge ist dabei als höflicher Gast aufgetreten. Denn als ihn ein Reporter fragte, was er von der Leipziger Bewerbung halte, die doch mit den Anstrengungen Davids gegen Goliath vergleichbar sei, sagte er schnell: „Aber David hat gewonnen.“

Was die Details der Bewerbung angeht, verlässt sich Rogge jedoch erst einmal auf seine Mitarbeiter im IOC. Die Bewerbungsunterlagen von Leipzig und den anderen acht Konkurrenten hat sich Rogge jedenfalls noch nicht angeschaut. „Ich möchte warten, bis unsere Experten sie gesichtet haben.“ Dann wisse er eher, worauf er zu achten habe. Was ihm bisher über die Bewerbungen zugetragen wurde, ist daher auch nicht viel: „Alle Bewerber haben sehr hart und professionell gearbeitet.“

Im Frankfurter Hotel Intercontinental hat Rogge auch noch über seine nächste Reise gesprochen. In der kommenden Woche wird er sich in Athen mit den Vertretern aller Nationalen Olympischen Komitees treffen, um ein paar wichtige Änderungen zu beschließen. In Zukunft sollen auch Sportler der amerikanischen Profisportligen im Training auf Dopingsubstanzen getestet werden. Nicht-Amerikaner, zum Beispiel der deutsche Basketballspieler Dirk Nowitzki, könnten entweder von Kontrolleuren der amerikanischen oder der Welt-Anti-Dopingagentur (Wada) unangemeldet getestet werden.

Bei den Olympischen Spielen in Athen werde es auf jeden Fall zum ersten Male Kontrollen auf das Designersteroid THG geben, kündigte Jacques Rogge an. Ob Dopingproben auch nach dem Wachstumshormon HGH untersucht werden, ließ der IOC-Präsident offen. „Im Moment muss das Nachweisverfahren erst noch wissenschaftlich getestet werden. Kein Richter der Welt würde eine positive Dopingprobe akzeptieren, wenn das Nachweisverfahren nur zu 99 Prozent sicher ist. Wir brauchen 100 Prozent.“ Und selbst wenn das Verfahren wasserdicht sei, werde das IOC dies nicht bekannt geben. „Wir wollen, dass die Athleten fürchten, getestet zu werden.“

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