Sport : Bis zum letzten Ball

SCC-Volleyballer kämpfen um Wiedergutmachung

Karsten Doneck

Berlin - Jaroslav Skach reagierte entsetzt. „Das“, sagte der Zuspieler des Volleyball-Bundesligisten SC Charlottenburg, „ist uns schon lange nicht mehr passiert.“ Beim 0:3 zuletzt beim VfB Friedrichshafen hatte der SCC den letzten Satz mit 10:25 verloren, „eine Katastrophe“, wie Manager Kaweh Niroomand anmerkte, „das darf nicht passieren, das ist beschämend, so aus der Halle zu gehen“. Die Charlottenburger müssen nun höllisch aufpassen, um nicht in einen Abwärtssog zu geraten. Heute (20.15 Uhr, Sömmeringhalle) wartet gegen Vizemeister Evivo Düren das nächste Spitzenspiel. Und von den letzten zwölf Spielen gegen diesen Kontrahenten haben die Charlottenburger nur zwei gewonnen.

SCC-Trainer Michael Warm war redlich bemüht, das Fiasko von Friedrichshafen vom 6. Februar nicht allzu sehr zu dramatisieren. „So einzelne Sätze kommen schon mal vor“, sagte Warm, führte aber seinen Spielern gleichwohl während der vergangenen Woche die komplette Partie mit allen Fehlern in Annahme und Aufgabe noch einmal auf Video vor. Das Fazit aus dem Bilderstudium: Das Erreichen des als Ziel ausgegebenen zweiten Tabellenplatzes wird für den SCC noch weitaus schwerer als gedacht.

Der ungeschlagene VfB Friedrichshafen dominiert die Liga derart, dass für ihn Rang eins reserviert scheint. Und für den Platz dahinter, der in den Play-offs in einem entscheidenden dritten Spiel den Heimvorteil garantiert, rangeln mit dem SCC, Düren, dem Moerser SC und Unterhaching gleich vier Mannschaften. Michael Warm warnt: „Gerade Unterhaching und Moers waren vor der Saison extrem auf Einkaufstour. Deren Mannschaften sind erst jetzt richtig eingespielt.“

Der SCC bemüht sich redlich, auch angesichts des enormen Konkurrenzdrucks Ruhe zu wahren. Manager Niroomand betrieb in Einzelgesprächen mit den Spielern zuletzt viel Seelenmassage. Seine Forderung: „Wir müssen ergebnis-orientierter auftreten.“ Wie das geht, dafür liefert Evivo Düren ein Beispiel. „Die kämpfen bis zum letzten Ball“, sagt Niroomand, „das ist auch so etwas, was unseren Leuten manchmal schwerfällt.“

Aber vielleicht erinnert sich der SCC ja auch mal an seine eigenen großen Auftritte. Wie im Dezember im Pokal-Halbfinale gegen Friedrichshafen. Da gewann der SCC zwar nur einen Satz. Den aber richtig: mit 25:13. Karsten Doneck

0 Kommentare

Neuester Kommentar