Sport : Bis zur Verzweiflung

Das deutsche Eishockey-Team rettet sich in der WM-Zwischenrunde gegen Weißrussland in die Verlängerung – und verliert doch 1:2

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Regeneration, Regeneration, Regeneration. Nichts scheint in diesen Tagen in der Delegation Deutschlands wichtiger als eine möglichst konstruktive und ausgiebige Erholung. Schließlich tritt sie bei der Eishockey-WM vor eigenem Publikum in vier Tagen dreimal an. Zwischenrunde nennt sich der Programmpunkt, bei dem sich die Teilnehmer binnen kurzer Zeit um die Plätze für das Viertelfinale streiten. Und so haben die deutschen Spieler nicht mehr als das Nötigste bewältigt – lockeres Training, Massagen und so weiter. Die Maßnahmen zur Wiederbelebung der Kräfte wirkten gestern jedoch erst mit einiger Verspätung. Nach schleppendem Beginn kämpften sich die Deutschen gegen Weißrussland noch in die Verlängerung, verloren dann aber doch mit 1:2 (0:1, 0:0, 1:0/0:1). Damit wird es für das Team von Uwe Krupp vor der letzten Zwischenrundenbegegnung am Dienstag gegen die Slowakei deutlich schwerer, in die nächste Runde einzuziehen.

In der Tat sah sich die deutsche Nationalmannschaft schon mit einfacheren Aufgaben konfrontiert. „Es geht in der Qualifikationsrunde vor allem darum, das Level zu halten“, hatte der Bundestrainer vor dem Spiel gegen die Weißrussen gesagt. Doch dieselbe Mannschaft, die am Samstag noch so furios gegen Russland gekämpft hatte, wirkte 24 Stunden später kraftloser. Auch ein Hallo-Wach- Schuss von Kapitän Marcel Goc in der ersten Minute ermunterte seine Kollegen zunächst nicht wirklich – sie agierten nicht so fokussiert wie gegen die Russen. Von den Undiszipliniertheiten und Fehlerchen profitierte der Gegner dann schon in der siebten Minute, als Andrej Michalew einen Abpraller zur Führung nutzen konnte.

Dazu gesellte sich aufseiten Deutschlands am Sonntagabend das Pech – und ein starker Andrej Mezin. Der weißrussische Torwart, früher bei den Berlin Capitals aktiv, war nahezu unüberwindbar. Besonders Felix Schütz und Robert Dietrich, die beide mit aussichtsreichen Gelegenheiten vor ihm auftauchten, trieb der Goalie so im Mitteldrittel zur Verzweiflung. Und als Mezin dann doch einmal schwächelte, brachte es Marcel Müller aus kurzer Distanz nicht fertig, den Puck über die Linie zu bugsieren. 10:6 lautete das Schussverhältnis zugunsten der Deutschen im zweiten Drittel, 0:1 stand immer noch auf der Ergebnistafel.

Es war ja nicht so, dass es die Deutschen nicht versuchten. Im Gegenteil: Am Willen mangelte es ihnen am wenigsten. Sie kämpften um die Pucks, schmissen sich in die Schüsse und rannten wie aufgespult auf und ab. Doch es brauchte im letzten Drittel schon die Aufmunterung der deutschen Fans unter den 11 748 Zuschauern in der Kölnarena, damit auch der Erfolg hinzukam. „Kämpfen, Deutschland, kämpfen“, riefen sie. Und als viele unter ihnen wohl schon die Niederlage einkalkuliert hatten, schaffte es Marcel Müller 53 Sekunden vor dem Ende der Begegnung tatsächlich, das Tor zum 1:1 zu erzielen. Deutschland war wieder im Spiel. Nur Alexej Kaljuschni spielte 14 Sekunden vor Ende der Verlängerung durch sein Tor den Spielverderber für die Deutschen. Die aber haben vor dem letzten und entscheidenden Qualifikationsspiel gegen die Slowakei nun wenigstens einen Tag länger Zeit als zuletzt, um sich zu erholen.

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